HERMESKEIL. Anlässlich des 85. Gedenktages der Deportation der Jüdinnen und Juden aus Baden und der ehemaligen Saarpfalz wurde Mitte Mai das Theaterstück „Wir sind ganz junge Bäumchen“ in der Gedenkstätte KZ Hinzert aufgeführt. Die Inszenierung befasst sich eindringlich mit der Verschleppung von Jüdinnen und Juden 1940 in ein Internierungslager in Gurs und stellt das Schicksal der Betroffenen auf ergreifende Weise dar.
An dem länderübergreifenden Theaterprojekt nahmen insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler teil. Aus der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasium Hermeskeil haben Lina Brittner, Neele Brittner, Viktoria Dixius, Laura Elwert, Laura Gorges und Lisa Nickels mitgewirkt, betreut durch Frau Wagner und Herrn Wingender. Beteiligt waren zudem das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach, die Junge Theaterakademie Offenburg sowie das Lycée International Saint-Germain-en-Laye in Paris.
Die Eigenproduktion entstand unter der Leitung des Theaterregisseurs Dr. Paul Barone und wurde vom Kultusministerium Baden-Württemberg gefördert. Die musikalische Untermalung durch den Filmkomponisten Leonard Küßner erschuf dabei eine besondere Tiefe, die den zentralen Szenen eine zusätzliche darstellerische Ausdruckskraft verlieh. Die bisherigen Aufführungen in Offenburg, Saarbrücken und Paris stießen bereits auf große Resonanz.
Nach einer intensiven gemeinsamen Probephase fanden am Samstag zwei Aufführungen statt, welche von Dr. Sabine Arend, Leiterin der Gedenkstätte, und Dr. Sabine Graf von der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes thematisch eingeleitet wurden.
Im Anschluss an die Aufführungen folgte abends eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Tibor Linke, dem Vertreter des Kultusministeriums Baden-Württemberg, bei der der Antisemitismusbeauftragte Badens Ruslan Manashirov sowie die
Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaterprojekts zu Wort kamen. Die Veranstaltung machte unmissverständlich deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte auch nach 85 Jahren von tiefgreifender Relevanz bleibt, besonders dann, wenn sie durch die Augen einer neuen Generation betrachtet und erzählt wird.
Ein großer Dank gilt all denen, die die Inszenierung und Aufführung des Theaterstücks ermöglicht, gefördert und unterstützt haben: insbesondere dem Kultusministerium Baden-Württemberg, den Landeszentralen für politische Bildung von Rheinland-Pfalz und Saarland, den beteiligten Schulen und Lehrkräften sowie allen Gastfamilien, die während der Zeit der Proben und Aufführungen Schülerinnen und Schüler aufgenommen haben. (Quelle: Laura Elwert/Gymnasium Hermeskeil)

















