Mehr als 700 Nester in Rheinland-Pfalz — Asiatische Hornisse auf dem Vormarsch

Die Asiatische Hornisse breitet sich seit Jahren in Europa aus. Was sie von heimischen Arten unterscheidet - und warum Naturschützer in einem Punkt Entwarnung geben.

0
Foto. Axel Heimken/dpa

MAINZ. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich in Rheinland-Pfalz massiv ausgebreitet. So wurden im Jahr 2024 mehr als 700 Nester gezählt und damit nahezu doppelt so viele wie im Jahr zuvor, wie sich aus einer Antwort des Umweltschutzministeriums in Mainz auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag zu invasiven Arten ergibt.

Im Jahr 2021 waren es nur 6 Nester gewesen. Aktuellere Zahlen lagen noch nicht vor. Im vergangenen Jahr stufte das Bundesumweltministerium die Asiatische Hornisse in Deutschland als «weit verbreitet» ein, seitdem sind die Naturschutzbehörden nicht mehr zur Beseitigung aller Nester verpflichtet. Eine Ausbreitung sei trotz aufwendiger Maßnahmen nicht aufhaltbar, hieß es dazu vom Ministerium. Eine intensive Bekämpfung habe kaum Auswirkungen. Auch sei eine flächendeckende Beseitigung von Nestern nicht umsetzbar und mit hohen Kosten verbunden.

Ausbreitung seit 20 Jahren

Laut Angaben des Naturschutzbundes Nabu breitet sich die aus Südostasien stammende Hornissenart seit Anfang der 2000er Jahre in Europa aus, seit dem Jahr 2018 steht sie in der EU auf der Liste der invasiven Arten. Von den heimischen Hornissen ist sie leicht zu unterscheiden: Die Asiatische Hornisse ist kleiner, hat einen dunklen Körper und gelbe Füße.

Ihre Gründungsnester baut sie gerne etwa in Schuppen oder Rollladenkästen. Der Staat zieht jedoch im Hochsommer um und errichtet sein sogenanntes Sekundärnest weit oben in Baumwipfeln. Oft werden diese Nester erst bemerkt, wenn die Bäume im Herbst kahler werden. Die Vespa velutina ernährt sich etwa von anderen Insekten und ist nicht aggressiver als die heimischen Hornissen.

Keine Riesenhornisse

Es handle sich bei ihr nicht um die Asiatische Riesenhornisse, die etwa Bienen und Menschen gefährlich werden könne, stellt der Nabu dazu klar. Diese Riesenhornisse komme in Europa nicht vor und sei im vergangenen Jahr nur vorsorglich in die EU-Liste der invasiven Arten aufgenommen worden, um gegebenenfalls eine Ansiedlung rasch bekämpfen zu können. (Quelle: dpa)

Vorheriger ArtikelKritiker sehen Krisengespräch zur Pflegekammer skeptisch — Treffen bei Minister Hoch
Nächster ArtikelAuf Fußgängerüberweg angefahren: PKW kollidiert mit Radfahrer (14) in Wittlich

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.