TRIER. Die Rücktrittsforderung gegen Bau- und Verkehrsdezernent Dr. Thilo Becker sorgt in Trier für politischen Wirbel. Die städtischen Unterlagen zeigen, wie brisant der Fall wirklich ist. Sie geben Einblick, wie das Rathaus die Kürzung von fast 4,8 Millionen Euro Fördergeld bei drei Schulprojekten erklärt – und warum der Druck auf den Dezernenten, dessen Gehalt zum 1. Mai des vergangenen Jahres von von Besoldungsgruppe B3 auf B4 gestiegen ist, jetzt weiter wächst.
Die Freien Wähler haben daraus eine offene Rücktrittsforderung gegen Baudezernent Thilo Becker gemacht. Das ist politisch scharf. Aber der Fall selbst ist es auch. Denn wenn bei Schulen Millionen wegbrechen, ist das kein technischer Nebenaspekt mehr. Dann geht es um Verantwortung, und die liegt nun einmal im Rathaus, vor allem beim zuständigen Bau- und Verkehrsdezernenten.
Die Zahlen sind klar
In der städtischen Vorlage wird aufgelistet, wie stark die Förderung bei drei Projekten abgesenkt wurde:
- Egbert-Grundschule: von 2.703.952 Euro auf 1.522.362 Euro
- Wolfsberghalle: von 4.791.259 Euro auf 3.434.529 Euro
- Humboldt-Gymnasium: von 5.548.138 Euro auf 3.293.557 Euro
Aus ursprünglich 13.043.349 Euro wurden damit nur noch 8.250.448 Euro. Fast 4,8 Millionen Euro sind also zunächst einmal weg.
Die Frist war bekannt – und wurde trotzdem gerissen
Hintergrund ist das Förderprogramm KI 3.0, Kapitel 2 – Dahinter steckt das Investitionsprogramm für die kommunale Schulinfrastruktur in Rheinland-Pfalz. Für dieses Programm galt eine feste Frist: Die Maßnahmen mussten bis 31. Dezember 2025 fertiggestellt und abgenommen sein. Genau daran scheiterte es offenbar.
Denn in der städtischen Maßnahmenliste werden alle drei Projekte zum Stand Ende 2025 mit einem klaren Wort geführt: „Verzug“.
Das ist der politische Kern des Problems. Es gab keine plötzliche Überraschung von außen. Keine neue Förderrichtlinie, die Trier kurzfristig aus der Bahn geworfen hätte. Es ging um eine seit Langem bekannte Frist. Und trotzdem hat die Bauverwaltung, mit Dezernent Dr. Thilo Becker an der Spitze, sie bei gleich drei wichtigen Schulprojekten nicht gehalten.
Das Rathaus wusste offenbar schon früher Bescheid
Besonders heikel: Laut Vorlage war das Risiko einer Fristüberschreitung bereits im Frühjahr 2025 bekannt. Es wurde also nicht erst zum Jahresende sichtbar, dass es eng wird. Man wusste im Rathaus offenbar Monate vorher, dass Fördermittel in Gefahr geraten könnten.
Und genau da beginnt die eigentliche politische Brisanz. Denn dann stellt sich die Frage nicht nur, warum die Frist gerissen wurde. Sondern auch: Warum wurde das nicht viel früher, viel klarer und viel offensiver kommuniziert?
Jetzt wird erklärt – und relativiert
Die Stadt verweist auf Probleme beim Bauen im Bestand, auf Umplanungen und auf Verzögerungen bei Planungsbüros und Firmen. Das mag im Einzelnen alles zutreffen. Gleichzeitig läuft nun im Rathaus bereits die nächste Phase: das Einordnen, Erklären und Begrenzen.
Es heißt, ein Teil der Mittel könne vielleicht später noch über Bauabschnitte, Schlussverwendungsnachweise oder neue Programme gesichert werden. Das mag auch sein. Nur ändert das nichts am ersten Befund: Die Fördersumme wurde bereits gekürzt.
Anders gesagt: Erst fehlen fast 4,8 Millionen Euro und danach beginnt die Hoffnung, vielleicht doch noch einen Teil davon zurückzuholen. Das mag Verwaltungshandwerk sein. Für Bürgerinnen und Bürger klingt es eher nach Schadensbegrenzung im Nachhinein.
Thilo Becker steht im Zentrum – und das zu Recht
Der Fall ist auch deshalb heikel, weil mit Thilo Becker ausgerechnet der Dezernent unter Druck gerät, der in Trier für zentrale Bau- und Verkehrsfragen verantwortlich ist. Wer große Schulprojekte steuert, muss Termine, Förderfristen und Risiken im Griff haben. Genau dafür gibt es politische Verantwortung.
Natürlich baut kein Dezernent selbst eine Turnhalle oder ein Schulgebäude. Aber wenn am Ende bei drei Projekten gleichzeitig bekannte Förderfristen reißen, dann kann sich die Spitze des zuständigen Dezernats nicht einfach hinter Bauabläufen, Büros und Firmen verstecken.
Freie Wähler machen den Fall groß
Die Freien Wähler nutzen den Fall nun für maximale politische Zuspitzung. Fraktionschef Daniel Klingelmeier sagt: „Der große Schaden, der unter der Verantwortung des Baudezernenten entstanden ist, lässt sich nicht einfach ignorieren.“
Das ist ein harter Satz. Aber die Vorlage aus dem Rathaus liefert den Hintergrund, der ihm entsprechende Wucht verleiht.
Fazit
Der Vorgang ist für Dr. Thilo Becker brandgefährlich. Denn es geht nicht um irgendein abstraktes Verwaltungsproblem, sondern um Schulen, Fördergeld und fast 4,8 Millionen Euro. Und genau bei solchen Themen erwarten die Menschen, dass die Stadt ihre Arbeit im Griff hat.
Bleibt es bei dieser Kürzung, dann ist das nicht bloß eine unangenehme Schlagzeile. Dann ist es ein schwerer politischer Schaden – für den Haushalt, für die Glaubwürdigkeit der Verwaltung und ganz besonders für den zuständigen Baudezernenten. (sz)















Sollte sich das auch nur ansatzweise bestätigen muss dieser Herr Becker sofort aus dem Amt entlassen werden und alle Pensionsansprüche verlieren. Totalversagen im Amt führt aber in der Regel eher zur Beförderung (siehe seine grüne Kollegin Spiegel zur Bundesministerin) und wie bei ihm, schon vorher, zur Gehaltserhöhung… was sind schon knapp 5 Millionen für die Schulen…
Das Dr. Thilo Becker auch verantwortlich ist für die ganzen Baustellen in den Straßen von Trier , wissen die wenigsten. Herr Dr.Thilo Becker ist auch für dieses Chaos verantwortlich. Leider wurde er dafür nicht kritisiert. Man kommt weder aus Trier raus ohne eine Baustelle zu befahren noch raus .
Und es werden immer mehr . In diesem sinne lieber Herr Dr. Thilo Becker schön das Sie da waren , schön wäre es aber auch wenn Sie jetzt gehen.
Sage ich seit „ewigen Zeiten“, dass dieser Mensch untragbar ist für unsere Stadt!