Trier: Kundgebung gegen Femizide und sexualisierte Gewalt an der Porta Nigra

4
© Carsten Koall / DPA

TRIER. In Trier ist für den heutigen Freitag, 27. März, eine Kundgebung gegen Femizide, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch durch die AG Frieden angekündigt. Die Veranstaltung soll ab 17 Uhr auf dem Porta-Nigra-Vorplatz stattfinden. In dem veröffentlichten Aufruf wird dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und gegen strukturellen Machtmissbrauch zu setzen.

Kundgebung in Trier richtet sich gegen Gewalt an Frauen

Der Aufruf zur Veranstaltung nimmt aktuelle Debatten über sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe auf und stellt sie in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang.

Dabei wird betont, dass Gewalt gegen Frauen und FLINTA-Personen (rauen, Lesben, Inter-, Nicht-binäre, Trans- und Agender-Personen) kein Einzelfallproblem sei, sondern strukturelle Ursachen habe. Die Veranstalter fordern mehr öffentliche Aufmerksamkeit, mehr Verantwortung und konkrete politische Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt, Bedrohung, Belästigung und Misshandlung.

Zahlen aus dem BKA-Lagebild werden im Aufruf genannt

Zur Einordnung verweist der Aufruf auf das BKA-Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ aus dem Jahr 2024.

Darin heißt es laut dem Aufruf unter anderem:

  • 938 Mädchen und Frauen wurden im Jahr 2023 Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten
  • 360 Mädchen und Frauen wurden Opfer vollendeter Taten
  • 52.330 Frauen und Mädchen wurden Opfer von Sexualstraftaten
  • 17.193 Frauen und Mädchen wurden Opfer digitaler Gewalt

Nach Darstellung der Veranstalter zeigen diese Zahlen, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland ein erhebliches Ausmaß habe.

Aufruf richtet sich ausdrücklich auch an Männer

Ein zentraler Punkt des Aufrufs ist die Frage, wer öffentlich gegen diese Gewalt Stellung bezieht. Dort wird kritisiert, dass Empörung und öffentlicher Protest häufig vor allem von den Betroffenen selbst oder von FLINTA-Personen getragen würden.

Deshalb richtet sich der Appell ausdrücklich auch an Männer. Sie werden dazu aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, Haltung zu zeigen, unterdrückende Strukturen zu hinterfragen und Fehlverhalten im eigenen Umfeld anzusprechen.

Porta-Nigra-Vorplatz als Ort der Kundgebung

Die Kundgebung soll am 27. März ab 17 Uhr auf dem Vorplatz der Porta Nigra beginnen. Im Aufruf heißt es, die Veranstaltung solle eine erste Möglichkeit sein, um Forderungen öffentlich zu machen, zugleich aber auch eine Aufforderung an Verantwortliche auf kommunaler, Landes-, Bundes- und Europaebene darstellen.

Vorheriger ArtikelMillionen-Debakel um Trierer Schulen: So reagiert das Rathaus auf den Becker-Knall!
Nächster ArtikelProzess: Mit 17 Schüssen getöteter Polizist – Witwe weint, Gutachter sieht verminderte Schuld!

4 Kommentare

    • Dann nenne mal Zahlen. Du scheinst dich ja so gut auszukennen und stellst dich dar als Experte in Bezug auf das Thema Missbrauch in muslimischen Familien.
      Wie viele von den oben erwähnten Opfer stammen aus muslimischen Familien? Was ist für dich ein Großteil? Ist das eine absolute Zahl oder steht deine Feststellung in Bezug auf das Verhältnis zwischen der Anzahl der Opfer und der Muslime generell in der dt. Gesellschaft bzw der Anzahl der muslimischen Familien in Bezug auf die Gesamtzahl der Familien in der dt. Gesellschaft?
      Aber bei den meisten solcher Äußerungen spielen die Tatsachen gar keine Rolle. Denn meistens ist die Grundlage solcher Behauptungen ganz einfach nur der Hass auf Muslime oder sonstige Ausländer, macht aber auch nicht Halt vor deutschen Bürgergeldempfängern. Im Hintergrund steht bei solchen Leuten sehr oft das Gefühl, immer benachteiligt und zu kurz gekommen zu sein. Denn viele sind der festen Überzeugung, dass ihnen als Deutsche höhere REchte, zumindest aber mehr Geld zustehen als allen anderen und sehen es bereits als Benachteiligung an, wenn das Gesetz das anders sieht. All das wird dann verpackt in eine geheuchelte Anteilnahme, der aber das SChicksal der Opfer in den meisten Fälle vollkommen egal ist. Es ist wohl kaum zu glauben, dass jemand Anteil an muslimischen Frauen nimmt, wenn er gleichzeitig die muslimischen Familien selbst verunglimpft.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.