TRIER. Es klingt ein wenig wie aus dem Lehrbuch für Verwaltungssatire, ist aber Realität in Trier: Die Stadt zahlt über Monate hinweg Miete für eine Schule, die nie genutzt wurde. Gleichzeitig investiert sie rund 1,77 Millionen Euro in neue Ersatzräume aus Raummodulen. Wie konnte es so weit kommen?
Lokalo.de hat bei der Stadt Trier nachgefragt und von Pressereferent Michael Schmitz bemerkenswert offene Antworten erhalten.
Im Zentrum der Debatte steht die ehemalige Eberhardschule, die als Übergangslösung für zwei Trierer Gymnasien dienen sollte. Laut Stadt hätten dort bis zu sechs Klassen untergebracht werden können. Doch ein Schimmelbefall im Keller machte der Planung einen Strich durch die Rechnung. Zwar lag eine Grobschätzung über Sanierungskosten in Höhe von rund 60.000 Euro vor, doch die Stadt entschied sich dagegen, mit der Begründung, dass sich keine verlässliche Prognose über die langfristige Wirkung der Sanierung treffen ließ.
Neben gesundheitlichen Risiken führte die Trierer Verwaltung auch Imageaspekte an: Eine Schule mit Schimmel-Vergangenheit könnte dauerhaft unter ihrem Ruf leiden – Stichwort „Sick-Building-Syndrom“. Beschwerden könnten laut Stadt auch dann auftreten, wenn die Sanierung technisch einwandfrei verläuft.
Also wurde umgesteuert: Für rund 1,77 Millionen Euro ließ die Stadt auf dem Gelände des Angela-Merici-Gymnasiums neue Raummodule errichten. Der Stadtrat genehmigte den Kauf im September 2024, mit dem Argument, die Module ließen sich künftig an anderen Schulstandorten bei entsprechenden Sanierungsarbeiten weiterverwenden. Bezugsfertig sollen die neuen Klassenräume nach den Osterferien sein. Auch das Land beteiligt sich finanziell: 60 Prozent der förderfähigen Kosten stammen aus Landesmitteln, der städtische Eigenanteil liegt bei rund einer Million Euro.
Die neue Lösung bietet insgesamt vier Klassenzimmer, also zwei weniger als in der Eberhardschule möglich gewesen wären. Dennoch spricht die Verwaltung von einer tragfähigen, akzeptierten und gesundheitlich unbedenklichen Alternative.
Kritik entzündet sich derweil an der Tatsache, dass die Stadt weiterhin monatlich 9.200 Euro Miete für das leerstehende Gebäude zahlt – insgesamt bis Ende des Mietvertrags 2028 eine Gesamtsumme mehr als 500.000 Euro. Eine Klärung mit dem Vermieter über die Zuständigkeit der Schimmelbeseitigung konnte nicht erzielt werden. Die Stadt sieht sich an den Vertrag gebunden und will ihren Verpflichtungen nachkommen.
Verwaltungsintern war die Eberhardschule ein vielschichtiges Projekt: Drei Dezernate waren eingebunden – Schulverwaltung und Sport (Dezernat II) als Nutzeramt, das Amt für Immobilien (Dezernat V) für Vertragsfragen sowie das Hochbauamt (Dezernat IV) für die bauliche Umsetzung.
Bleibt noch die Frage nach der Zukunft des leerstehenden Gebäudes. Hier prüft die Stadt derzeit eine alternative Nutzung ohne Kellerbereiche, etwa für Verwaltung oder Büroräume. Eine Lösung sei „in Sicht“, so Schmitz.
Fazit:
Die Stadt Trier sieht ihre Entscheidung als vorausschauend und gesundheitspolitisch verantwortlich. Doch der Vorgang zeigt: Auch wohlmeinende Risikoabwägungen können teuer werden und in der öffentlichen Wahrnehmung zum Musterbeispiel für misslungene Planung geraten. Die leere Eberhardschule bleibt – bis auf Weiteres – das sichtbarste Symbol dieser Entscheidung.


















Zitat original französisch: „Ein Schelm der böses dabei denkt“
Mehr sag ich nicht, sonst kassiert es die hyperaktive Zensur wieder.
Die Gedanken sind frei. Wer will, weiß was gemeint ist 🙈🙉🙊😭😎
Weit schlimmer als das „Sick-Building-Syndrom“ bezeichne ich andere in Trier grassierende Syndrome wie z.B. das Sick-Theater-Syndrom, das Sick-Left- Syndrom“ oder das „Sick-Administration-Syndrom“. Nicht wahr?!
Die hohen Damen und Herren vom Augustinerhof verstehen sich auf das Prächtigste, das Geld anderer Leute auszugeben, bis keines mehr da ist. Wie kamen diese Leute eigentlich zu ihrem Amt?