Von sozialen Netzwerken zur Tabuliste – „Unwort des Jahres 2024“ gewählt

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Foto: dpa

MARBURG. Das Wort „biodeutsch“ ist von der Jury der Sprachaktion in Marburg zum Unwort des Jahres 2024 gekürt worden. Die Begründung: Es werde vor allem in sozialen Netzwerken in rassistischer und nationalistischer Weise verwendet. Ziel der Aktion sei es, auf Begriffe aufmerksam zu machen, die diskriminierend sind oder mit demokratischen Werten und der Menschenwürde unvereinbar.

Weitere Unwörter: „Heizungsverbot“ und „importierter Antisemitismus“

Den zweiten Platz belegte der Begriff „Heizungsverbot“. Die Jury kritisierte, dass er in der Klimaschutzdebatte sachlich falsch und irreführend verwendet werde, um Ängste zu schüren. Zusätzlich wählten die diesjährigen Gastjuroren Saba-Nur Cheema und Meron Mendel den Ausdruck „importierter Antisemitismus“ zu ihrem persönlichen Unwort des Jahres. Sie bemängelten, dass der Begriff von rechten politischen Strömungen benutzt werde, um Migranten auszugrenzen und von Antisemitismus in den eigenen Reihen abzulenken.

Große Beteiligung an der Wahl

Insgesamt gingen rund 3.200 Vorschläge für das Unwort des Jahres ein, die sich auf 655 verschiedene Begriffe verteilten. Die Jury hob hervor, dass diese Aktion auch 2024 wieder wichtige gesellschaftliche Diskussionen anstoßen soll.

Die Wahl des Unwortes des Jahres ist seit 1991 eine Initiative, die den Fokus auf problematische Sprachentwicklungen lenken will. Ziel ist es, einen bewussteren Umgang mit Sprache zu fördern und diskriminierende Begriffe kritisch zu hinterfragen.

 

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13 Kommentare

    • @Weber

      die von Ihnen erwähnte Entwicklung wurde bereits erfolgreich abgeschlossen.

      Angehörige der älteren Generation – Sie gehören vermutlich dazu – erkennen aufgrund diverser Vergleichsmöglichkeiten diesen erstaunlichen Grad der Verdummung, Unwissen und Ignoranz. Das wurde gezielt durch Indoktrination in Schulen,Medienpropaganda etc. gefördert, das Ergebnis ist erschütternd und meiner Meinung nach nicht mehr umkehrbar.

      Deshalb entspannen Sie sich und gehen Sie gut gelaunt in die Zukunft.Alles andere macht keinerlei Sinn …

  1. Ein paar wenige Auserwählte dürfen Jahr für Jahr entscheiden, was ein Unwort ist. Es gibt keine UNworte, genauso wenig, wie es UNkosten gibt. Wer hat die Bezeichnung des BIO-Deutschen eigentlich erfunden? Das sind offensichtlich die gleichen Leute, welchen ein normales Fahrrad als Bio-Rad, im Gegensatz zum E-Bike, erklären. Für mich lautet die Übersetzung für biodeutsch lediglich „deutsch“. Und deutsch ist, wer dem deutschen Kulturkreis entstammt. Alle anderen Staatsbürger, welche arabische oder fernöstliche Wurzeln haben, sind zuerst einmal Mitmenschen, welche lediglich einen deutschen Pass besitzen.

    • Tja damit bist du halt per Definition Rassist. Deutsch ist, wer ne deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Nicht mehr und nicht weniger gehört dazu. Wer heutzutage stolz drauf ist, „biodeutsch“ zu sein und das Wort unironisch verwendet, wäre auch 39 stolz darauf gewesen, ein „Arier“ zu sein. Eine Umbenennung ändert nichts an dem Inhalt.

  2. @Trumpi..,

    …das meinen Sie..es wurde
    bereits angekündigt, Die Wahl
    zu annuliereren, wenn das
    Ergebnis “ nicht passt…“
    s. Rumänien.

  3. Noch 1 oder 2 Wahlen, dann wird aus dem „importierten Antisemitismus“ remigrierter Antisemitismus gemacht. Das ist überfällig. In meiner Jugend (vor Jahrzehnten) wären Ausländer, die auf deutschem Boden gegen Israel hetzen und jüdische Mitbürger tätlich angreifen auf der Stelle verhaftet und aus dem Land geschmissen worden. Und man hätte sich dafür geschämt, dass man die jemals überhaupt rein gelassen hat.

  4. @ Trumpi

    Frage an Sie: kam es hierzulande bereits einmal vor dass eine ordnungsgemäss durchgeführte Wahl rückgängig gemacht wurde? Falls Sie sich nicht erinnern können, nachstehend eine Zusammenfassung unter

    https://www.phoenix.de/paukenschlag-in-thueringe-a-1488440.html

    Diese Wahl wurde seinerzeit als unverzeihlich klassifiziert und rückgängig gemacht.

    https://www.phoenix.de/paukenschlag-in-thueringe-a-1488440.html

    Nimmt man noch das Schauspiel in Rumänien hinzu frage ich mich schon wie Sie zu dieser optimistischen Einschätzung kommen. Aber ich will niemandem die Hoffnung nehmen, die stirbt bekanntlich zuletzt.

    Noch eine kleine Quizaufgabe: es gab vor einiger Zeit einmal ein demokratisches Land, das führte sogar die Bezeichnung „Demokratie“ im Titel. Ein führender Staatsmann dieses Landes meinte : “ Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand behalten …“

    Auflösung unter

    https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/mediathek/es-muss-demokratisch-aussehen-aber-wir-muessen-alles-der-hand-behalten-blockparteien-der-sed-diktatur

    Ihnen und allen anderen Foristen und dem Lokaloteam einen wundervollen Wintertag!

  5. @Peter
    Man unterscheidet Staatsangehörigkeit und ethnische Zugehörigkeit ebenso die Religionszugehörigkeit.
    Eine ethnische Zugehörigkeit erwirbt man nicht mit einem Reisepass. So wird aus mir noch lange kein Araber, nur weil ich meinen Wohnsitz nach Dubai verlege.

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