Trier: Grundausbildung für neue freiwillige Feuerwehrleute jetzt auch online

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Foto: dpa / Symbolbild

TRIER – Erstmals ist in Trier ein Kurs für die Ausbildung neuer freiwilliger Feuerwehrleute auch als Online-Angebot gestartet.

14 angehende freiwillige Feuerwehrleute der Wehren aus Olewig, Euren, Irsch, Biewer, Ehrang, Pfalzel, Kürenz, Stadtmitte und der Facheinheit Rettungshunde/Ortungstechnik (RHOT) werden im 20-stündigen Theorie-Teil erstmals über ein Online-Angebot ausgebildet. Bisher fand dieser Teil der so genannten Truppmann-Ausbildung in Präsenz im Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKSZ) in der Feuerwache 2 in Ehrang statt.

Im Rahmen dieser Grundausbildung lernen angehende freiwillige Einsatzkräfte die Grundlagen des Feuerwehrdienstes. Neben Rechtsgrundlagen, Brand- und Löschlehre, Fahrzeug- und Gerätekunde sowie der Gefahrenlehre lernen sie das Vorgehen im Löscheinsatz und die Grundlagen der so genannten Technischen Hilfeleistung. Den ersten Teil der insgesamt zweijährigen Grundausbildung müssen die angehenden Feuerwehrleute mit einem Abschlusslehrgang und einem schriftlichen Test erfolgreich abschließen.

„Mit dem E-Learning-Angebot kommen wir den Lerngewohnheiten junger Leute entgegen, für die onlinebasiertes Lernen und Unterricht in virtuellen Räumen schon lange eine Selbstverständlichkeit sind“, sagt Dr. Andreas Palzer, stellvertretender Feuerwehchef der Stadt Trier. Es helfe auch, den Aufwand für die Feuerwehr-Ausbildung etwas zu reduzieren. „Uns ist sehr bewusst, dass der zeitliche Aufwand, den unsere Freiwilligen leisten, enorm ist. Mit dem neuen Online-Angebot wollen wir sie etwas entlasten“, erklärt Palzer. Mit dem sinnvollen Einsatz neuer Lernumgebungen wolle die Trierer Feuerwehr die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrleute ergänzen und zukunftsfähig machen. Das Prinzip ist simpel: „Was bisher im Klassenraum unterrichtet wurde, findet bei der E-Truppmannausbildung auf einer Lernplattform statt“, erklärt Thomas Weinandy, bei der Berufsfeuerwehr für Ausbildung zuständig.

Wie die hybride Truppmannausbildung genau funktioniert, erklärt Martin Faß von der Berufsfeuerwehr, der gemeinsam mit Noah Bach einen Musterkurs an die Bedürfnisse der Trierer Feuerwehr angepasst und Lerninhalte dafür erstellt hat: „Die Kursteilnehmer absolvieren im Selbststudium eigens für den Lehrgang konzipierte Unterrichtseinheiten und können sich in den Lernstoff einarbeiten.“ Mit einem Mix aus Lernvideos, Tests, Wiederholungsfragen, interaktiven Elementen und Präsentationen werde der Kurs interessant gestaltet. „Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten der Lernplattform genutzt“, verrät Faß. Während der Selbstlernphase sind die angehenden Einsatzkräfte aber nicht komplett auf sich alleine gestellt. „Es steht immer jemand von der Zentralen Ausbildung als Ansprechpartner zur Verfügung, dazu nutzen wir Videokonferenzen“, erklärt Faß, der die Onlinephase auch selbst begleitet. Die theoretische Prüfung werde dann Ende Juni in Präsenz abgelegt. Weil nicht alles online vermittelbar ist, folgt im Anschluss an das E-Learning noch ein 48-stündiger Praxisteil, den die angehenden ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Block an sechs Tagen am BKSZ unter Anleitung des Berufsfeuerwehrmanns Benedikt Backes absolvieren und mit einer Prüfung abschließen. Auch acht Stunden Erste Hilfe-Ausbildung stehen zusätzlich auf dem Programm. 

Für die neuen Feuerwehrleute ist nach diesen 76 Unterrichtsstunde die Ausbildung aber noch lange nicht zu Ende: Sie werden anschließend in ihren Einheiten in der Praxis weiter ausgebildet und nehmen zwei Jahre als Feuerwehrfrauen und -männer zur Ausbildung unter Aufsicht am Übungsalltag und an Einsätzen teil. 

Wer sich für eine Ausbildung oder das Engagement in einer der elf Freiwilligen Feuerwehren in Trier interessiert, kann sich vor Ort bei seiner Freiwilligen Feuerwehr informieren oder findet Informationen unter: www.feuerwehr.trier.de/freiwillige-feuerwehr/.

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