Unfallkommission: Viele Crash-Hot Spots in Euren und Trier-West/Pallien

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Dreieckiges Warnschild mit der Aufschrift „Unfall!“ im Vordergrund, im Hintergrund ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit geöffneten Fächern und Ausrüstung.
Foto: pixabay/Symbolbild

TRIER. 4198 Verkehrsunfälle ereigneten sich laut Polizeistatistik 2023 in Trier. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang ist damit das Vor-Corona-Niveau fast wieder erreicht. Hatte es 2019 im Stadtgebiet noch 4266 mal gekracht, fiel die Zahl 2020 deutlich auf 3665 Zusammenstöße. Danach stieg sie erneut an und übertraf 2023 erstmals wieder die Marke von 4000 Unfällen. Todesfälle gab es zum Glück keine.

Wenn sich in einem Jahr an einer Stelle fünf gleichartige Unfälle ereignen, spricht man von einer Unfallhäufungsstelle (UHS). Das gleiche gilt, wenn sich in drei Jahren fünf Unfälle mit Personenschäden ereignen. Aufgabe der Unfallkommission ist es, diese Gefahrenstellen unter die Lupe zu nehmen und wo möglich Maßnahmen zur Entschärfung zu beschließen. Die Kommission trifft sich mindestens einmal im Jahr unter Federführung der Straßenverkehrsbehörde der Stadtverwaltung. Mit dabei sind Expertinnen und Experten der Polizeiinspektion Trier, des Landesbetriebs Mobilität und des Baudezernats der Stadt Trier. Wenn weitere Belange, wie zum Beispiel der ÖPNV, betroffen sind, kann der Kreis erweitert werden.

Bei der Analyse der Statistik des Jahres 2023 fällt auf, dass sich fünf von insgesamt elf UHS in den Stadtteilen Trier-West/Pallien und Euren befinden, wo sich durch die zahlreichen Baustellen und Sperrungen der Verkehr auf die Umleitungsstrecken verlagert und es vermehrt zu Staus kommt. Typischerweise ereignen sich dann mehr Auffahrunfälle, wie zum Beispiel in der Luxemburger Straße zwischen den Moselauen und dem Teichweg: Zwölf der 17 dort registrierten Unfälle seien auf ungenügenden Sicherheitsabstand zurückzuführen, heißt es im Bericht der Unfallkommission. Es wird damit gerechnet, dass sich die Situation wieder normalisiert, sobald die zahlreichen Sperrungen aufgrund von Bauarbeiten wieder aufgehoben werden. Ähnliches gilt für den Römerbrückenkopf West und die Kreuzung Eurener Straße/Gneisenaustraße.

Im Fokus stand auch der Knotenpunkt Luxemburger Straße/Im Speyer. Allein im September 2023 ereigneten sich hier fünf Unfälle. Die Gefahr entsteht beim Linksabbiegen aus der Luxemburger Straße in den viel befahrenen Straßenzug von der Konrad-Adenauer-Brücke in Richtung Im Speyer. Die Anordnung von Tempo 30 zeitigte noch nicht die gewünschte Wirkung. Deshalb wird nun die vorhandene Ampel am Messepark, die bisher nur bei Bedarf von Linienbussen genutzt wurde, dauerhaft geschaltet. Dadurch entstehen Lücken im Verkehrsfluss und das Abbiegen aus der Luxemburger Straße ist gefahrlos möglich.

Wenige hundert Meter entfernt, in der Eurener Straße, findet sich der nächste „Hot Spot“: Hier kam es zu Karambolagen mit dem Gegenverkehr, als Autofahrer nach links in eine Tankstelle einbiegen wollten. Das Linksabbiegen soll deshalb künftig durch eine Barriere unterbunden werden.

Weitere Unfallschwerpunkte befinden sich an den Einmündungen Pacelliufer/Pellinger Straße, Wasserweg/Schöndorfer Straße, Kaiserthermenkreisel/Olewiger Straße sowie Christoph- und Balduinstraße, wo Tempo 30 angeordnet werden soll.

Dauerbrenner und Spitzenreiter bei den UHS sind die Römerbrücke Ostseite mit 31 und der Knotenpunkt Martinsufer/Ausoniusstraße mit 24 Unfällen – immerhin ein Rückgang im Vergleich zu 2021, als es an dieser Stelle 43 Mal krachte. Trotz verschiedener Maßnahmen konnte die Situation bisher nicht nachhaltig entschärft werden. Gefragt sind nun die städtischen Verkehrsplaner, die die Verkehrsführung an beiden Stellen grundsätzlich überarbeiten sollen. (Quelle: Stadt Trier)

4 Kommentare

  1. Wenn man den Bereich „Im Speyer – Luxemburger Straße“ häufig benutzt kann man sich nur wundern, dass nicht mehr Unfälle dort passieren. Hier kommen verschiedene Dinge zusammen, die „unglücklich“ gelaufen sind (Straßenführung). Dazu gehört leider auch das Verkehrsverhalten vieler Fahrzeugfahrer: Spurwechsel, Geschwindigkeit u.a. Und der neue (enge) Bobinetkreisel ist auch kein verkehrstechnisches Ruhmesblatt.

  2. Das Problem sind nicht die Straßen oder der dichte Verkehr. Das große Problem ist, das für Geld jeder Depp den Führerschein machen darf. Wenn jemand schon 5 Anläufe braucht um die Theorie zu schaffen, sollte die Zulassung zur praktischen Prüfung nicht gegeben werden. Klappt die Theorie und man fällt dreimal durch die praktische Prüfung sollte es ein Jahr keine Prüfung mehr geben. Danach nochmal zwei Versuche und das war es dann. Zum Trost gibt es dann ein 49€ Ticket.

    • Gut das ihr Kommentar nicht verallgemeinert und Sie direkte Lösungsansätze bieten. Wissen Sie mehr als im Artikel steht und die Unfälle werden vornehmlich von Fahranfängern verursacht. Falls nicht, könnte ich jetzt auch die steile gegenteilige Behauptung aufstellen, dass das Problem bei älteren Mitmenschen liegt, da diese gesundheitlich nicht immer in der Lage sind ein Fahrzeug zu bedienen und vor allem ihre Reaktionszeiten in Konfliktsituationen zu lange sind. Manche sind sogar kaum noch gut zu Fuß, aber steuern ihr Auto mit der Sauerstoffflasche auf dem Beifahrersitz und das noch mit Bluthochdruck und Diabetes. Es müsste also nach ihrer analog abgeleiteten Ansicht dafür gesorgt werden, dass Personen ab 65 Jahren mindestens jährlich ihre Fahrtauglichkeit nachweisen müssen und zwar bei einem bei einem neutralen Arzt. Sollte diese nicht uneingeschränkt attestiert werden, so ist der Führerschein sofort zu entziehen und der ÖPNV ist zu nutzen.

      Mit steilen Behauptungen ist man immer schnell dabei, aber die Welt ist nicht nur schwarz und weiß und man sollte die Hintergründe auch tatsächlich kennen und seine Meinung und Argumentation nicht auf irgendwelchen Annahmen aufbauen, die aber so gar nichts mit Fakten zu tun haben (weder ihre Unterstellung noch meine ;-)).

      Aber wenn ich die Kommentare hier bei lokalo.de lese, scheinen Sie auf jeden Fall in guter Gesellschaft zu sein.

  3. @ osmo: innovativer Vorschlag, sehr gut. Die Anzahl der Fahrstunden sollen auch noch begrenzt werden. Es gibt Dinge, die lernt man nie und dann soll man sich auch aufs Bahnfahren konzentrieren dürfen.

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