DRK Krankenhausgesellschaft: Insolvenz für fünf Kliniken in Rheinland-Pfalz

Dass auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Klinikkrise in eine Schieflage geraten ist, war bekannt. Jetzt hat die DRK Krankenhausgesellschaft in Rheinland-Pfalz einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung gestellt.

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Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

MAINZ. Die DRK Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft mbH Rheinland-Pfalz hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind fünf Kliniken.

Es gehe dabei um ein Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung, mit dem eine harte Insolvenz vermieden werden solle, sagte der Vorstand des DRK-Landesverbands und Aufsichtsratsvorsitzende der übergeordneten DRK Trägergesellschaft Süd-West, Manuel González, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Geschäftsbetrieb der Kliniken werde normal weiter gehen.

Die Versorgung sei gesichert, es werde keine Leistungseinschränkungen geben und es würden auch keine Arbeitsverträge angetastet, betonte González. Ziel sei es, mit externer Expertise ein Sanierungskonzept aufzustellen.

Bei der Bekanntmachung sei ein «Schulterschluss» mit den Klinikdirektoren und dem Betriebsrat zu spüren gewesen, sagte González. Es gebe auch engen Kontakt mit dem Gesundheitsministerium und den Landkreisen.

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) bedauerte die «neuesten Entwicklungen» um die DRK Kliniken an den Standorten Altenkirchen, Alzey, Hachenburg, Kirchen (Sieg) und Neuwied. Der Antrag der DRK Krankenhausgesellschaft auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens zeige, «wie dramatisch die Unterfinanzierung der laufenden Kosten unserer Krankenhäuser durch den Bund und die Kostenträger sind».

«Ein kleiner Lichtblick ist, dass das DRK an allen Häusern weiterhin die medizinische Versorgung im Rahmen des Landeskrankenhausplans sicherstellt und eine grundsätzliche Neuausrichtung der Kliniken anstrebt, um sie zukunftsfest aufzustellen», sagte Hoch. Damit werde die medizinische Versorgung der Menschen in den Regionen gewährleistet bleiben – «das ist und hat für mich die höchste Priorität».

«Alle fünf DRK-Krankenhausstandorte leisten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgungssicherheit der Bevölkerung im ländlichen Rheinland-Pfalz und müssen erhalten bleiben», betonte der Fachbereichsleiter für das Gesundheitswesen bei der Gewerkschaft ver.di, Frank Hutmacher, laut Mitteilung und nahm das Gesundheitsministerium in die Pflicht. «Das Land darf dem fortschreitenden Krankenhaussterben in Rheinland-Pfalz nicht weiter tatenlos zusehen.»

Seit 2020 haben nach Gewerkschaftsangaben acht Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz geschlossen. Verdi unterstützt die Forderung der Krankenhausgesellschaft nach einer sofortigen finanziellen Stabilisierung der Krankenhäuser, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung und die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu sichern.

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