Zusammenfassung: Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Trier für das Jahr 2022

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Polizeieinsatz an der Porta Nigra am Montagabend; Foto/video : lokalo (se)

TRIER. Am heutigen Dienstagvormittag, 7. März, wurde im Polizeipräsidium Trier die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2022 veröffentlicht. Dabei stellten Frank Gautsche, stellvertretender Polizeipräsident, Karl-Peter Jochem, Pressesprecher, Marc Powierski, Leiter der Zentralen Prävention sowie Jan Poß entsprechende Statistiken der Presse vor und erläuterten diese jeweils ausführlich und verständlich.

Insgesamt bilanziert Gautsche, dass wir in Trier in einer sehr sicheren Region leben. Gab es im Jahr 2022 zwar einen Anstieg der Fallzahlen um 9,5 % gegenüber dem Vorjahr, sei dies vor allem mit der Corona-Pandemie erklärbar. Betrachtet man die Fallzahlen von 2019, also vor Corona, liegt die Fallzahl in 2022 unter diesem 2019er-Niveau. Anstiege wurden insbesondere im Bereich der Rohheitsdelikte (+20.4 %), bei der Eigentumskriminalität (+ 20,5 %), aber auch in den Bereichen der Geldautomaten-Sprengungen sowie durch „Call-Center-Betrug“ festgestellt. Auch die Digitalisierung habe die Kriminalität verändert, führt Gautsche aus. Neue Kriminalitätsphänomene sowie immer wieder „neue Maschen“ stellen die Beamtinnen und Beamten hier vor besondere Herausforderungen.

Im Jahr 2022 wurden 31.415 Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums registriert – Im Land Rheinland-Pfalz waren es insgesamt 232.753 (+11.3 Prozent). Von den 31.415 registrierten Fallzahlen verteilen sich 19.348 in den Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Trier (davon 8.867 in der Stadt Trier) und 12.067 in den Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Wittlich.

Die Kriminalitätsverteilung in einer Grafik:

Quelle: Polizei Trier

Die Aufklärungsquote entsprechender Straftaten liegt im Bereich des Polizeipräsidium Triers bei 66.6 Prozent – im Land Rheinland-Pfalz bei 64,5 Prozent. Im 10-Jahres-Vergleich liegt die Aufklärungsquote daher in einem guten Wertebereich. (Niedrigste im Jahr 2014 mit 61.8 & und die Höchste im Jahr 2021 mit 68,5 Prozent).

Blick in die einzelnen Bereiche:

Sexualdelikte: Im Bereich der Sexualdelikte, darunter fallen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Kinderpornographie und sexuelle Belästigung, hat es einen Anstieg der Fallzahlen um zwei Prozent gegeben – insbesondere im Bereich der sexuellen Belästigung. Positiv ist hier die Aufklärungsquote von insgesamt 92,6 Prozent zu nennen.

Im Bereich der Kinderpornographie, also dem Besitz und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte, sind die Fallzahlen in den letzten Jahren angestiegen. Zählte die Polizei im Jahr 2020 noch 181 Fälle, waren es im Jahr 2021 insgesamt 285 und im Jahr 2022 gesamt 270 Fälle. Auffällig dabei ist die hohe Anzahl der Tatverdächtigen in diesem Bereich bei Kindern und Jugendlichen. Hier führte Marc Powierski, Leiter der Zentralen Prävention, aus, dass insbesondere in diesen Altersgruppen ein vermehrtes „Gefallen an Extrem-Videos und -Bildern“ festzustellen sei. Ursächlich sei hier der unkontrollierte Zugang sowie insbesondere ein fehlendes Unrechtbewusstsein in diesen Altersgruppen festzustellen. Dabei sei beispielsweise die Weiterleitung entsprechender Videos in Messengern ausdrücklich kein Bagatelldelikt sondern ein Verbrechen, führt Powierski aus.

Geldautomaten: Deutlich zugenommen haben in Rheinland-Pfalz die Sprengungen von Geldautomaten. Von insgesamt 56 Sprengungen im Land, fielen 10 in den Bereich des PP Trier. Hier setze die Polizei insgesamt auf Präsenzkonzepte durch Großkontrollen und technische sowie verhaltenspräventive Beratung. Die Polizei sucht hier aktiv das Gespräch mit den Banken um entsprechendes Wissen zu teilen, sich auszutauschen und Möglichkeiten der Prävention herauszuarbeiten. Ein Beispiel seien hier Nachtschliessungen der Geldautomaten.

Einen deutlichen Anstieg gab es im Bereich des sogenannten „Call-Center-Betruges“. Wurden 2020 gesamt 988 Vorgänge und im Jahr 2021 gesamt 1416 Versuche in diesem Bereich registriert, waren es im Jahr 2022 insgesamt 2417 Vorfälle. Dabei blieb es in 2249 Fällen lediglich beim Versuch (über 90 Prozent). Der Schaden in den „geglückten“ Fällen lässt sich auf knapp 1.3 Millionen Euro beziffern. Die Anrufe erfolgen dabei überwiegend aus dem Ausland heraus und die Täter zeigen sich dabei rhetorisch sowie psychisch „geschult“, beispielsweise in der Anwendung regionaler Dialekte. In diesem Bereich setzt die Polizei weiter auf Präventionsmaßnahmen, beispielsweise durch Bürgerforen, als Bekämpfungsansatz. Auch die verstärkte Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern (Banken, Verbraucherzentralen, Medienvertretern und Taxiunternehmen) gehört zur Prävention.

Ausblick: Durch die zunehmende Digitalisierung und Konnektivität, erwartet die Polizei weiterhin einen Anstieg der Straftaten in Verbindung mit dem Internet. Dazu gehört auch ein erwarteter Anstieg von Sexualdelikten, insbesondere der Verbreitung von pornografischen Schriften. Entsprechend werde die Verfolgung von Straftaten im Internet weiterhin einen polizeilichen Schwerpunkt in der Kriminalitätsbekämpfung einnehmen.

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