Heckenschnitt erst Ende Juli: Naturschützer rufen zu Achtsamkeit für Jungvögel auf

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Ein Hausrotschwanz-Weibchen brütet im Nest unter einem Hausdach. Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

MAINZ. Der Naturschutzbund (Nabu) hat Gartenbesitzer dazu aufgerufen, bis mindestens Ende Juli mit dem Schnitt von Hecken zu warten. So könnten die Nester von Vogelfamilien vor vorzeitigen Eingriffen geschützt werden. Zurzeit seien noch viele Gartenvögel wie Amseln, Hausrotschwanz oder Kohlmeisen mit ihren Zweitbruten beschäftigt.

«Vogeleltern könnten durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben», sagte ein Nabu-Sprecher. Wenn schützende Zweige vorzeitig abgeschnitten würden, könnten zudem Greifvögel die Nester leichter entdecken.

Hilflos wirkende Jungvögel am Boden sollten an Ort und Stelle in Ruhe gelassen werden. In den meisten Fällen würden sie von den Eltern weiter versorgt, erklärte der Naturschutzbund. Wenn man sie mit ausreichend Abstand beobachte, werde man in der Regel sehen, wie nach 20 bis 30 Minuten ein Altvogel mit Futter auftauche. Die Ästlinge, wie die noch nicht ganz flügge gewordenen Jungvögel genannt werden, werden nach dem Ausfliegen noch kurze Zeit versorgt. «Es kann übrigens auch Strategie der Elternvögel sein, die Jungen im Nest nicht mehr zu füttern, damit diese das Zuhause auf Zeit endlich verlassen», erklärt der Nabu-Sprecher.

In Haßloch (Kreis Bad Dürkheim) betreibt der Nabu eine Greifvogelstation, die sich nur um Greifvögel und Eulen kümmert. Dort werden nach Angaben des Sprechers jährlich nahezu 100 scheinbar verlassene Greifvogel- und Eulenjungen abgegeben.

Wer Vögeln im Garten oder Balkon bei Hitze und Trockenheit helfen will, gibt ihnen mit einer Bade- und Trinkstelle eine wichtige Unterstützung. Kleine Kieselsteinchen im flachen Wasser erleichtern Vögeln den Zugang. Der Nabu empfiehlt auch, die Tränke mit einem Ast, einem Stein oder einem Stück Holz auszustatten, als Landeplatz für Insekten wie Wild- und Honigbienen oder Wespen. Damit die Wasserstelle nicht zur Keimschleuder wird, sollte sie regelmäßig gereinigt, das Wasser täglich gewechselt werden. (dpa)

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6 Kommentare

  1. Der Appel verhallt bei den ganzen Spiessern hierzulande die es vor lauter Heckenscherengeilheit gar nicht erwarten können, dass Samstag ist, damit sie ihre Spiesserhecke und den Spiesserrasen auf Vordermann bringen können. Seh ich jedes Wochenende in meiner Nachbarschaft und dann noch den Schnitt mit dem Laubbläser zusammenblasen. Für viele ist das der ganze Lebensinhalt am Wochenende.

  2. mein Laubbläser funktioniert mit Benzin und meine Hecke schneide ich, wann ich will. Gleiches gilt fürs Rasenmähen 🙂 ihr Doldies

    • Herbert, hast Du den Rasen schon gemäht? Und bring den Grünschnitt raus zum Auto. Und beeil Dich gefälligst, wir wollen nachher noch zu meiner Mutter.
      Ja OMaElfriedeSaarFisch

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