Trier-Irsch: Jagdpächter retten zwei Rehkitze – drittes Kitz fällt Hund zum Opfer

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Es gibt mehrere Möglichkeiten, Kitze zu schützen. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

TRIER. In der Jagdpacht Trier-Irsch haben Jagdpächter Aiko Kühn und Justin Sellinger am 22.5.2026 in enger Abstimmung mit ortsansässigen Landwirten zwei Rehkitze rechtzeitig vor dem Einsatz von Mähmaschinen in Sicherheit gebracht. Der Erfolg wurde am selben späten Vormittag von einem tragischen Vorfall überschattet: Ein drittes Kitz wurde nach Erkenntnissen der Jagdpächter von einem freilaufenden Hund gerissen, der Halter entfernte sich vom Tatort, ohne den Vorfall zu melden.

Die Polizei hatte die Jagdpächter zunächst zu einem mutmaßlich von einem Mähwerk verletzten Kitz gerufen. Vor Ort konnte dieser Verdacht jedoch eindeutig ausgeschlossen werden: Das Verletzungsbild wies typische Merkmale eines Hundebisses auf, eine landwirtschaftliche Bearbeitung der Fläche hatte nicht stattgefunden. Das Kitz war zwar bei Eintreffen der Jagdpächter noch am Leben, aufgrund der Schwere der Verletzungen jedoch nicht mehr lebensfähig und musste waidgerecht erlöst werden. Nach Einschätzung der Revierinhaber hatte das Tier zuvor mehrere Stunden gelitten.

Dass wir Wildtiere im Zusammenspiel mit den Landwirten erfolgreich schützen können, ist die eine Seite. Dass am gleichen Tag ein Kitz qualvoll sterben muss, weil ein Hundehalter seinen Hund nicht unter Kontrolle hat und sich anschließend aus der Verantwortung stiehlt, ist die andere“, so Aiko Kühn und Justin Sellinger. „Uns geht es nicht darum, jemanden anzuprangern. Aber wir müssen aufklären: Auch der freundlichste Familienhund folgt im Wald seinem Jagdinstinkt. Rehkitze sind in den ersten Lebenswochen völlig wehrlos.

Die Jagdpächter haben den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht, zum jetzigen Zeitpunkt gegen Unbekannt. In Betracht kommen unter anderem Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Bundesjagdgesetz (Jagdwilderei).

Hinweise für Hundehalter in der Brut- und Setzzeit:

– In der Brut- und Setzzeit (April bis Juli) sollten Hunde im Wald, auf Feldwegen und entlang von Wiesenflächen konsequent angeleint werden.
– Wer einen Wildunfall verursacht oder beobachtet, ist verpflichtet, dies zu melden, dies kann auch anonym über die Polizei (110) erfolgen.
– Wer ein verletztes Wildtier findet, sollte nicht versuchen, es selbst zu versorgen, sondern die zuständigen Jagdpächter oder die Polizei informieren.

Hintergrund: Jagdpacht Trier-Irsch

Das Revier Trier-Irsch wird seit April 2026 von Aiko Kühn und Justin Sellinger gemeinsam bejagt. Das Pachtgebiet umfasst rund 400 Hektar im südöstlichen Stadtgebiet von Trier. (Quelle: Jagdpacht Trier-Irsch/Aiko Kühn/Justin Sellinger)

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