Trier: Ausstellung UNTERGANG im Palais Walderdorff – Begleitprogramm zur Römer-Ausstellung

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Clas Steinmann, Eismeer (Hommage to CDF), 2022, Videostill. Copyright: Clas Steinmann, Trier

TRIER. Spricht man vom UNTERGANG, so hat es etwas erschreckend Radikales, Endgültiges. Es gibt nicht „ein bisschen“ Untergang. Die Warnung, dass der Untergang droht, kann ihn eventuell verhindern, aber ist er einmal im Gange, gibt es kaum ein zurück. Die Tragödien, die damit verbunden sind, lassen sich kaum in einem Bild darstellen.

Die Ausstellung UNTERGANG der Künstlerinnen und Künstler der Gesellschaft für Bildende Kunst Trier e.V. widmet sich als Teil des Kulturprogramms zur Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ vom 18. Juni bis 23. Juli 2022 unter der Schirmherrschaft von Markus Nöhl, Kulturdezernent der Stadt Trier, der zeitgemäßen Interpretation des Themas „UNTERGANG“. Die letzten Jahre wurden geprägt von desaströsen Szenarien: Corona-Pandemie, Angriffskrieg auf die Ukraine, Klima-Krise und andere Katastrophen bestimmen das Zusammenleben der Menschen. 40 Künstlerinnen und Künstler der G.B. KUNST stellen Gemälde, Videos, Fotos, Skulpturen, Prints, Installationen aus, die von dem Thema inspiriert wurden.

In einem Teil der Kunstwerke wird die Krise, die Katastrophe auf den Menschen bezogen – sei es im Porträt oder in einer überpersönlichen Darstellung. Doch auch beim Porträt schwingt immer das Beispielgebende mit. Im Traum, in einer Vision oder dramatisierten Präsenz, wird die Bedrohung der Existenz thematisiert. Der Untergang wird als langsame, permanente Krise oder als plötzliches, schockierendes Ereignis interpretiert. Ein versunkenes Boot wie bei Eva Sonne-Krings, Dorothee Herrmann oder Christoph Napp-Zinn, wirkt kalt und konstatiert das Wrack, als Ergebnis von endgültiger Zerstörung. Das Boot könnte im Mittelmeer oder an anderen Küsten, die ein besseres Leben versprechen, zerborsten sein.

Eine weitere Gruppe von Bildern beschäftigt sich mit dem Gefühl, in der Zeit von unkontrollierbaren Katastrophen zu leben. Dabei geht es um globale Entwicklungen, wie die Klimakatastrophe und ihren regionalen Auswirkungen. Albrecht Wien betitelt sein Gemälde prosaisch „8 bis 10 Meter- 14./15.Juli 2021“ und viele Menschen werden bei dem Titel wissen, was in dieser Nacht geschah – nicht nur die Einwohner des Ahrtals und in Trier-Ehrang. Albrecht Wien hat für eine Tragödie, die für ganz Deutschland traumatisch wurde – eine künstlerische Form gefunden, die ohne Pathos und doch ergreifende Weise dem Ereignis gerecht wird.

In dem animierten Film „Eismeer“ bezieht sich Clas Steinmann auf das gleichnamige Gemälde von Caspar David Friedrich in der Kunsthalle Hamburg. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts kam bei der Interpretation des Bildes, dem Schicksal und dem Scheitern des handelnden Menschen eine zentrale Bedeutung zu. In der Anlage finden Sie ein Videostill des Künstlers Clas Steinmann, das zur Veröffentlichung freigegeben ist: Clas Steinmann, Eismeer (Hommage to CDF), 2022, Videostill, copyright: Clas Steinmann, Trier

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