Warnhinweise auf Flaschen-Etiketten? Weinbauverband fürchtet EU-Pläne

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Foto: dpa/Symbolbild

MAINZ. Die Branche blickt besorgt auf Pläne der EU, jeden Alkoholkonsum als Gesundheitsrisiko einzustufen. «Das würde massive Folgen für uns haben», sagt Verbandspräsident Schneider.

Die Weinbranche wendet sich gegen ein Vorhaben der Europäischen Union, auch bereits geringen Alkoholkonsum als gesundheitsschädlich einzustufen. Die im europäischen «Beating Cancer Plan» vorgesehene Feststellung, dass es keinen Alkoholkonsum ohne Gesundheitsrisiko gebe, wäre fatal, sagte am Montag der Präsident des Deutschen Weinbauverbands, Klaus Schneider. «Das würde massive Folgen für uns haben.»

Wenn der Plan im Februar unverändert vom EU-Parlament angenommen würde, müssten die Winzer Warnhinweise auf den Etiketten ihrer Weine anbringen, sagte Schneider auf einem weinbaupolitischen Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung. Auch die Absatzförderung mit einer gemeinsamen Werbung wäre in Gefahr.

Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt (FDP) plädierte für einen «moderaten Umgang» mit Wein. Dies sei mit Blick auf junge Menschen eine Frage der Bildung und der Verantwortung aller. «Wein ist vor allem ein Kulturgut und auch ein Genussmittel.»

Zur Umsetzung des neuen Weinrechts plädierte der Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), Steffen Christmann, für eine konsequente Umsetzung des Herkunftsprinzip. Er rief dazu auf, «gemeinsam an einem Strang zu ziehen und unsere Herkunft zu profilieren, wiedererkennbar zu sein für die Verbraucher in Deutschland, aber auch weltweit». In Peking oder New York verstehe es niemand, wenn gesagt werde: «In Rheinland-Pfalz können wir alles».

Hingegen plädierte der Vorsitzende der Vereinigung Pfälzer Winzergenossenschaften (VPW), Albert Kallfelz, dafür, die Vielfalt von Rebsorten und unterschiedlichen Geschmacksrichtungen beizubehalten und im Marketing offensiv darzustellen. Im neuen Weinrecht sehe er statt der bisherigen Offenheit «eher Beschränkungen für kreative Winzer».

Weinbauministerin Schmitt stellte in einer Diskussionsrunde dazu fest, «dass es viel Gesprächsbedarf gibt». Sie sehe im Weingesetz vor allem Chancen. «Das Ziel muss sein, mehr Wertschöpfung zu generieren, den Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Orientierung zu geben und den rheinland-pfälzischen und deutschen Wein in der Marktpositionierung zu stärken.» (dpa)

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