Nach Biontech-Erfolg: Landeshauptstadt Mainz feilt an Hightech-Image

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Eine technische Assistentin hält in einem Labor des Instituts für Molekulare Biologie in Mainz eine Probe in der Hand. Foto: Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

MAINZ. Biontech soll keine Eintagsfliege sein. Die Landeshauptstadt am Rhein feilt an ihrem neuen Profil als Forschungsstandort. Der Oberbürgermeister träumt schon von neuen Erfolgen: «Dann brauchen wir Plätze für die vielen Denkmäler.»

Die medizinischen wie finanziellen Erfolge von Biontech haben Mainz international in die Schlagzeilen gebracht. «Solche großartigen Erfolge beflügeln ungemein und schaffen weltweit Aufmerksamkeit», sagt Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). «Jetzt müssen wir als Stadt selbst unseren Beitrag weiter dazu leisten, den Biotechnologie-Standort dauerhaft auszubauen.» Mit dem Erfolg und dem vielen Geld sei auch die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung verbunden.

Über Biontech hinaus gebe es inzwischen viele Ansatzpunkte für die Profilbildung als Standort der Biotechnologie, sagt Ebling im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er nennt die Arbeit am Helmholtz-Institut zur Krebsforschung (HI-TRON) und das Institut für Molekulare Biologie (IMB) an der Universität Mainz. Neu hinzu kommt demnächst ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft für Altersforschung. «Als Standort für Spitzenforschung entwickeln wir auch international zunehmend Strahlkraft.»

Vor einem halben Jahr ist die Biochemikerin Dorothee Dormann von München ans Biologiezentrum der Universität Mainz gewechselt. «Ich habe mich ganz gezielt für diesen Forschungsstandort entschieden», sagt die Forscherin. «Ich hätte auch Möglichkeiten an anderen Orten gehabt.» Besonders attraktiv sei für sie das «dynamische Umfeld, wo ganz viel passiert». Viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten frischen Wind nach Mainz gebracht, so dass es eine richtige Aufbruchsstimmung gebe.

«Mit diesem neuen Profil bekommt Mainz nach und nach ein neues Image», sagt der Oberbürgermeister. «Das wird uns im positiven Sinne verändern.» Aber das Mainzer Lebensgefühl werde sich nicht verändern. Mainz werde mit weltweiter Aufmerksamkeit gut umgehen können. «Dass wir 2000 Jahre auf dem Buckel haben, macht uns auch etwas gelassener.»

«Ich fand es immer bemerkenswert, dass man mit Mainz viel verbindet. Fastnacht, Fußball, Gutenberg – das sind alles positive Konnotationen.» Nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern werde es künftig vielleicht neue Fortschritte aus Mainz geben, etwa zu einem neuen Umgang mit dem Altern oder den Sieg über den Krebs. «Dann brauchen wir Plätze für die vielen Denkmäler», fügt Ebling lachend hinzu. (dpa)

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