Jüdische und muslimische Jugendliche besuchen gemeinsam KZ Hinzert

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Avadislav Avadiev, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz. Foto: Thomas Frey/dpa

HINZERT-PÖLERT. Jüdische und muslimische Jugendliche besuchen an diesem Sonntag gemeinsam die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Kreis Trier-Saarburg. Erstmals planen der Landesverband der Jüdischen Gemeinden und die Schura als Landesverband der Muslime ein solches Gemeinschaftsprojekt, wie Avadislav Avadiev der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Er ist Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden. Weitere derartige Projekte würden folgen.

Im Denken mancher muslimischer Schüler gebe es Antisemitismus und Hass, verstärkt von Aussagen im Internet, erklärte Avadiev. Zugleich fehlten ihnen Kenntnisse der NS-Geschichte. Mit der vorgesehenen rund zweistündigen Führung in der Gedenkstätte Hinzert solle diesem Defizit begegnet werden – auch im Sinne der heutigen Demokratie.

Geplant ist eine Busfahrt am Sonntag (21.11.) mit rund zwei Dutzend Mädchen und Jungen sowie mehreren begleitenden Erwachsenen von Mainz über Trier zu der Gedenkstätte. Abschließend gebe es noch ein gemeinsames Essen in der Trierer Jüdischen Kultusgemeinde für den Austausch untereinander, sagte der Verbandsvorsitzende.

Nach Angaben der Landeszentrale Politische Bildung wurde in Hinzert im Oktober 1939 ein Polizeihaftlager für angeblich straffällig gewordene Bauarbeiter des Verteidigungssystems Westwall eingerichtet. Nach der Unterstellung unter die «Inspektion der Konzentrationslager» im Juli 1940 diente der Gebäudekomplex als «Durchgangslager» vor allem für luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge zu ferneren Konzentrationslagern. Aufgegeben wurde er im März 1945. (dpa)

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