ADD Trier: Landrat im Flutkreis Ahrweiler beantragt Dienstunfähigkeit

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Landrat Jürgen Pföhler (CDU) besucht die Boeselager-Realschule. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Der Landrat im von der tödlichen Flutkatastrophe schwer getroffenen Kreis Ahrweiler, Jürgen Pföhler, hat einen Antrag auf dauerhafte Dienstunfähigkeit gestellt.

Der Christdemokrat ist schon länger krankgeschrieben. Eine Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier teilte der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit: «Der Antrag von Landrat Dr. Pföhler liegt der ADD seit kurzem vor und wird zeitnah bearbeitet.» Zuvor hatte am Montag die Koblenzer «Rhein-Zeitung» in ihrer Online-Ausgabe darüber berichtet.

Schon ein fraktionsübergreifender Appell des Kreistages im Landkreis Ahrweiler hatte Pföhler aufgefordert, den Weg für einen Neuanfang freizumachen. Auch seine eigene Partei, die CDU, stellte sich dahinter. Der Landrat habe nicht mehr das Vertrauen der Menschen. Pföhler hatte zuvor appelliert, die Ereignisse während der Sturzflut besonnen zu beurteilen. Er war am späten Montagnachmittag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen ihn und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen am Katastrophenabend des 14. Juli. Viele Anwohner werfen Pföhler mit Blick auf späte Warnungen vor, damals zu zögerlich gehandelt zu haben. Nach seinen Worten war auch sein eigenes Haus vom Hochwasser betroffen. Nach Starkregen waren bei einem extremen Hochwasser im Ahrtal 133 Menschen ums Leben gekommen.

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