„Hebamme ist der schönste Beruf der Welt.“ Ein Treffen mit der Auszubildenden Sarah Weber

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Sarah Weber an ihrem Arbeitsplatz. Foto: Sarah Weber

Nachdem wir uns in den ersten beiden Teilen mit der Hebammenzentrale Trier beschäftigt haben (s. hier und hier), blicken wir im dritten Teil der Lokalo-Artikel-Serie rund um den Hebammenberuf auf die Hebammen-Ausbildung. Sarah Weber steht kurz vor dem Abschluss der Ausbildung. Lokalo hat mit ihr gesprochen.

Von Alexander Scheidweiler

Im September werden die letzten Prüfungen sein, sagt Sarah Weber. Dann wird die dreijährige Ausbildung zur Hebamme abgeschlossen sein. Der praktische Teil wurde am Klinikum Mutterhaus in Trier absolviert, der theoretische Teil an der Hebammenschule in Speyer, wo sie sehr zufrieden war, weil nicht nur Theorie vermittelt wurde: „Da wurde auch sehr darauf geachtet, dass wir im praktischen Bereich absolut fit sind“, sagt Weber. Prototypische Situationen, Handgriffe etc. seinen szenisch eingeübt worden. Im Mutterhaus hat sie, als sie 2018 anfing, zur ersten Gruppe gehört, die dort die Ausbildung aufnahm, so dass die Hebammenausbildung auch für das Mutterhaus eine neue Situation war.

Im ersten Ausbildungsjahr liege der Fokus auf zunächst einmal auf begleiten und betreuen, um einen Blick für die Aufgaben zu bekommen, sowie den Geburtsvorgang zu verstehen und zu erkennen. Im zweiten Jahr gehe man zu mehr selbständiger Arbeit über, uum ein Gefühl dafür zu bekommen, sowie zu Untersuchungen und Beratungen, die vor, während und nach der Geburt anstehen. Besonders wichtig ist, diese dann mit der ausbildenden Hebamme zusammen zu beurteilen und auszuwerten. Im dritten Ausbildungsjahr wird man mehr gefordert, um das professionelle Arbeiten zu erweitern: „Dann hat man aber immer noch eine erfahrene Hebamme zur Unterstützung, die einem unter die Arme greifen kann und dann auch sagt: Jetzt bist Du bereit.“

In der Theorie gehe es um physiologische und pathologische Vorgänge und in der ersten Zeit v.a. um Untersuchungen, etwa mit Beckenzirkel zum Ermitteln der Beckenmaße oder Pinard-Rohr zum Abhören der Herztöne – „altes Hebammenhanwerk“ sei es, welches den Auszubildenden Vertrauen in den natürlichen Geburtsvorgang gibt und auch zuverlässig ist, wenn unsere Technik versagt, sagt Sarah Weber. Ferner spielen die Betreuung während der Geburt sowie Nachsorge eine große Rolle.

Was ihre eigene Motivation, den Hebammenberuf zu ergreifen, angeht, so hat für sie eine Rolle gespielt, dass sie bereits eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten gemacht hatte, so Sarah Weber. Dabei hatte sie auch Einsätze im OP, bei denen sie eine Schlüsselerfahrung machte: „Egal wie viele Schmerzmittel oder Medikamente allgemein man geben konnte, wichtig war für die Person, die operiert wurde, in dem Moment, dass jemand dabei ist, der sie unterstützt und begleitet.“ Viele Patienten hätten ihr ganz klar gesagt, dass die größte Hilfe darin bestand, dass sie einfach ihre Hand gehalten hat, erklärt Weber. Diese Erfahrung habe ihr auf dem Weg der Hebammenausbildung viel mitgegeben, weil sie dadurch verstanden habe: „Das Wichtigste ist einfach, da zu sein und die Frauen zu unterstützen. Zu sagen: Wir schaffen das zusammen!“

Dieser menschliche Aspekt sei ihr sehr wichtig. Umso bedauerlicher sei der Fachkräftemangel im Hebammenbereich, der auch in der Ausbildung bereits spürbar sei und bisweilen zu hoher Arbeitsbelastung führen kann: „Aber man versucht doch immer, wenn man in den Kreißsaal geht, den Stress von außen loszulassen und ganz für die Frau da zu sein.“ Auch in Vor- und Nachsorge sei der Personalmangel ein Problem, fügt Sarah Weber hinzu. Es gebe schlicht zu wenige freiberufliche Hebammen, ein Umstand, den auch ihre Kollegin Lina Neitscher von der Hebammenzentrale gegenüber Lokalo angesprochen hatte.

Vielleicht bessert sich die Lange ja aber irgendwann doch. Sarah Weber würde Interessierten die Ausbildung auf jeden Fall empfehlen. Sie habe allerdings einen vielleicht etwas leichteren Einstieg gehabt als andere, da sie zuvor bereits die Ausbildung als medizinische Fachangestellte gemacht hatte. Ohne diesen Hintergrund wäre es daher sinnvoll, vorab ein Praktikum in der Geburtshilfe zu machen, „damit man einen Blick dafür bekommt und sich besser vorstellen kann, was auf einen zukommt.“ Für sich selbst sagt Sarah Weber: „Ich bereue die Entscheidung keine Minute! Hebamme ist für mich der schönste Beruf, den es gibt, und für mich was ganz besonderes die Familie während dem neuen Lebensereignis zu betreuen und zu begleiten, und den neuen, kleinen Erdenbürgern zu helfen, das Licht der Welt zu erblicken“, sagt sie und klingt dabei völlig überzeugt.

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