Was macht die Hebammenzentrale Trier eigentlich genau? Ein Überblick über Aufgaben und Leistungen

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Lina Neitscher (links) und Nicole Keipinger von der Hebammenzentrale Trier. Foto: Lina Neitscher

Die Hebammenzentrale Trier in der Südallee war die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz. Das vom Land geförderte Projekt und seit 2019 bestehende Projekt wurde vor kurzem um einen weiteren Projektzeitraum verlängert (Lokalo berichtete). Doch was macht die Zentrale eigentlich genau? Lokalo gibt einen Überblick über Aufgaben und Leistungen.

Von Alexander Scheidweiler

Die Hebammenzentrale hat einen doppelten Schwerpunkt: einmal die Beratung und Betreuung der Familien, die auf der Suche nach einer Hebamme sind, und zweitens die Beratung und Betreuung der rund 60 freiberuflichen Hebammen, die mit der Zentrale kooperieren, sowie zehn bis zwanzig weiterer freiberuflicher Hebammen, die per Onlinesuche direkt erreich werden können.

Die wichtigste Aufgabe der Zentrale ist es, kompetente Anlaufstelle für die Familien zu sein, die auf der Suche nach einer Hebamme sind. Diese können sich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft an die Zentrale wenden – egal, ob der Wunsch nach Betreuung durch eine Hebamme schon ganz zu Beginn der Schwangerschaft gegeben ist oder erst im Wochenbett oder bei Stillproblemen auftritt. Die Zentrale wird dann auf Wunsch tätig und versucht, eine Hebamme zu vermitteln, die die Betreuung in dem Rahmen übernehmen kann, den die Familie sich vorstellt.

Für telefonische Beratung zu allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Kurse, später auch Stillen oder Beikost, steht die Hebammenzentrale vier Mal pro Woche zur Verfügung, immer montags bis donnerstags von 9.00 – 11.00 Uhr unter 0651/46 30 21 45. Sollte akuter Versorgungsbedarf bestehen, etwa bei Familien, die keine Hebamme haben oder deren Hebamme beispielsweise urlaubs- oder krankheitsbedingt nicht zur Verfügung steht, bieten die Hebammen der Zentrale zudem Sprechstunden an. Auch wenn Fragen auftreten, die sich telefonisch nicht klären lassen, ist die Sprechstunde eine gute Möglichkeit, sich persönlich zu informieren. Per E-Mail ist die Zentrale unter hebammenzentrale-trier@profamilia.de erreichbar.

Die Betreuung der Hebammen durch die Zentrale bezieht sich auf die unterschiedlichsten Aspekte des Arbeitsalltags: So trat gerade in der Corona-Pandemie das Problem auf, dass die Hebammen sog. „PSA“ (Persönliche Schutz-Ausrüstung) benötigten, deren Beschaffung die Hebammenzentrale übernommen hat. Die Zentrale organisiert i.d.R. im Jahr vier Fortbildungskurse vor Ort, was eine große Erleichterung für die Hebammen darstellt, da ansonsten weite Wege in Kauf genommen werden müssten, um Fortbildungen zu besuchen. Dies ist auch deshalb von zentraler Bedeutung, weil Hebammen im Rahmen des Qualitätsmanagements bestimmte Qualifikationen gegenüber den Krankenkassen regelmäßig nachweisen müssen, z.B. die obligatorische Notfallfortbildung in Reanimation, die in einem zweijährigen Turnus erneuert werden muss. Allgemein wirkt die Zentrale als Anlaufstelle und Koordinator für Hebammen und alle Menschen, die mit Schwangeren und jungen Eltern arbeiten, wie etwa Beratungsstellen.

Profamilia ist als Träger durchführende Kraft des Projekts, das durch das Land Rheinland Pfalz sowie die Kommunen, die Stadt Trier und den Kreis Trier-Saarburg, finanziert wird.

Im nächsten Artikel wirft Lokalo einen Blick auf Ausbildung und Arbeitsalltag der Hebammen.

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