++ Analyse zu Wahl-Ergebnissen – so betrachtet die Forschungsgruppe Wahlen die Ergebnisse ++

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SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer. Foto: Boris Roessler/dpa

Die SPD in Rheinland-Pfalz hat ihren Wahlsieg vom Sonntag nach einer Analyse vor allem ihrer Spitzenkandidatin Malu Dreyer zu verdanken. Zu ihren Pluspunkten zählten zudem ihre überzeugende Regierungsarbeit, ihr Ansehen in der Bevölkerung sowie ihre Sachkompetenz beim Thema Corona, schrieb die Forschungsgruppe Wahlen. Das «stärkste Zugpferd» der Partei bleibe Dreyer. Mit Top-Werten bei Leistung (gute Arbeit: 76 Prozent) und Image (2,2 auf der +5/-5-Skala) zähle sie zu den beliebtesten Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Entsprechend wünschten sich 56 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz Dreyer wieder als Regierungschefin. 30 Prozent wollten in diesem Amt lieber CDU-Herausforderer Christian Baldauf. Dieser verfehle mit einem mäßigem Ansehen von 1,1 auf der +5/-5-Skala zudem das Niveau der letzten CDU-Kandidatin Julia Klöckner, die 2016 auf einen Wert von 1,4 gekommen sei.

Dreyer: «Für mich ist ein glücklicher Abend heute Abend»
Die Grundlage für den SPD-Wahlsieg habe erneut die Generation der über 60-Jährigen gelegt. Hier hätten sich 41 Prozent für die SPD entschieden – 33 Prozent für die CDU und 5 Prozent für die Grünen. SPD und Grüne seien bei den Frauen etwas erfolgreicher gewesen als bei Männern, bei AfD und FDP sei es umgekehrt. Bei CDU und Freien Wählern gab es nur geringe geschlechtsspezifische Unterschiede.

Die gute Gesamtbilanz der Ampel-Koalition mit einem Wert von 1,2 auf der +5/-5-Skala geht laut Analyse eindeutig auf das Konto der SPD (1,5). FDP und Grüne fielen mit Werten von 0,5 beziehungsweise 0,3 regierungsintern dagegen weit ab. In der Opposition bleibe die CDU leistungsbezogen mäßig positiv (0,7), kämpfe aber mit sinkenden Kompetenzwerten in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Bildung oder Zukunft. Die SPD verliere in diesen Politikfeldern ebenfalls, profiliere sich aber beim Top-Thema Corona, wo sie politisch in der Bevölkerung das eindeutig meiste Vertrauen genieße.

Eher blass bleibt die CDU der Wahlanalyse zufolge wie beim Spitzenkandidaten auch bei Reputation und politischer Arbeit. Während für 36 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Bund, aber für 58 Prozent die Landespolitik wichtiger gewesen sei, liege die – auch schon vor der Maskenaffäre vergleichsweise schwache – Landes-CDU beim Ansehen hinter der Bundespartei (Land: 0,8; Bund: 1,2). Bei der SPD sei das umgekehrt (Land: 1,9; Bund: 1,0), wobei sich die seit Jahren hohe Vor-Ort-Wertschätzung außer mit dem Spitzenpersonal auch mit politischer Arbeit erkläre.

Die Forschungsgruppe Wahlen wertete das Ergebnis als klares Votum für Ministerpräsidentin Dreyer. Es zeige den Wunsch nach politischer Stabilität bei einer Landtagswahl unter Pandemie-Bedingungen – «in einem Bundesland, das mit spezifischen Parteistärken und seiner eigenen politischen Kultur zum Superwahljahr-Auftakt kaum Indikatorfunktion für den Bund besitzt».

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