Nach Gewalttat in Trier-West: Angehörige stellt klar: „Meine Schwester war nicht obdachlos“

0
Foto: privat

TRIER. Fünf Tage ist es her, dass die Trierer Polizei den Fund ein Frauenleiche im Stadtteil Trier-West, unweit des Benedikt-Labre-Hauses, meldete. Eine umgehend veranlasste Obduktion des Leichnams brachte die traurige Gewissheit: Die 63-Jährige Triererin Edith Blum fiel einer Gewalttat zum Opfer – ein Schock vor allem für die Angehörigen. Im Gespräch mit lokalo.de, schildert Brigitte Spieles, Schwester der Verstorbenen, die neben der Trauer nun entstandenen, neuen Schwierigkeiten und Sorgen der Familie und möchte auch einer falschen Interpretation bezüglich der Wohn- und Lebensverhältnisse der „großen Schwester“ entgegentreten.

„Es ist richtig, dass meine Schwester gerade in den letzten ein bis zwei Jahren viele soziale Kontakte im sogenannten „Obdachlosenmilieu“ pflegte“, bestätigt Frau Spieles die von der Polizei gemeldete Nähe zu diesem Bereich. In diesem Zusammenhang sei es ihr aber besonders wichtig klarzustellen, entgegen dem Tenor vieler Kommentare und Meldungen auf diversen Plattformen, dass ihre verstorbene Schwester, selbst in einer normalen Wohnung in Trier-Euren lebte.

„Meine Schwester war nicht obdachlos. Edith lebte bis zu ihrem Tode in einer Wohnung in Trier-Euren. Häufig kam es vor, dass Sie früh morgens das Haus verließ und erst am späten Abend wieder in die Wohnung heimkehrte.“, so die jüngere Schwester des Opfers. Es sei sehr schade, dass gerade Menschen ohne festen Wohnsitz, heutzutage schnell den Stempel „Menschen zweiter Klasse“ erhielten. „Das waren nunmal ihre sozialen Kontakte und Freunde – Vorverurteilungen finde ich nicht angebracht“.

Foto: privat

Schicksalsschläge musste die Trierer Familie in den letzten Jahren leider einige verkraften. So verstarb nach einem Bruder auch die gemeinsame Mutter vor zwei Jahren. Ein einschneidendes Erlebnis auch im Verhältnis der beiden Schwestern, die vor dem Tod der Mutter ein ausgesprochen gutes Miteinander pflegten. „Auch wenn meine große Schwester wusste, dass sie immer mit wichtigen Dingen und Problemen zu mir kommen konnte, brach der Kontakt gerade im letzten Jahr ein wenig ab – natürlich haben wir uns trotzdem gesehen und auch miteinander gesprochen“, so die Triererin.

Unterstützung für die Familie

Als einzig nahestehende Angehörige, ist die Familie der Schwester, neben der Trauer, nun mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert. Organisation der Bestattung, Wohnungsauflösung sowie weitere „Nachlass-Organisationen“ bringen die Familie aktuell in große finanzielle Schwierigkeiten – Unterstützung wird benötigt.

Um der Familie zu helfen die anstehenden Kosten zu stemmen und diese zu unterstützen, haben hilfsbereite Triererinnen und Trierer in der Gruppe „Ali_Hilft“ einen Aufruf gestartet. Hier nimmt sich der Trierer Ali Ismail mit seinem Helfer-Team, akuten Problemen von Menschen vor Ort an, macht auf diese aufmerksam und versucht ehrenamtlich mit Unterstützung der Community, Hilfe zu organisieren und vor allem direkt und vor Ort zu helfen.

Das die gesammelten Sach- und Geldspenden ohne bürokratische Hürden und unverzüglich den „Hilfesuchenden“ zur Verfügung gestellt werden sei das Wichtigste der Gruppe, so Ismail, der jeden Weg der Spenden dokumentiert und der Community umgehend zur Verfügung stellt.

Wer die Familie der verstorbenen Edith Blum unterstützen möchte, kann sich an folgendes Paypal-Konto wenden:

Paypal-Link der Familie: https://paypal.me/pools/c/8w5eYZw74o

Vorheriger ArtikelDie aktuelle Corona-Lage im Saarland: Neuinfektionen und 10 weitere Todesfälle am Montag
Nächster ArtikelNittel: Linienbus fährt sich auf Feldweg fest – Bergung mit Kranfahrzeug und mehrstündige Vollsperrung

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.