Saarland fordert bessere Unterbringung von Erntehelfern

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Erntehelferin Lydia Berthold sticht Spargel. Foto: Uwe Anspach/dpa

SAARLAND Eine bessere Unterbringung von Erntehelfern hat der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Saar-Minister Reinhold Jost (SPD), gefordert. Kontrollen in der Corona-Krise hätten «in einigen Betrieben erneut erhebliche Missstände bei der Unterbringung von Saisonarbeitskräften zu Tage gebracht», heißt es in einem Papier der Minister von Bund und Ländern, die sich an diesem Freitag zu ihrer Konferenz zusammenschalten. «Wir sollten uns hier auf verpflichtende Standards einigen», sagte Jost der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

«Die Corona-Pandemie hält für uns auch Chancen bereit. Wir haben beispielsweise die Möglichkeit und den nötigen Rückenwind, bestimmte Schutz- und Hygiene-Standards zu verbessern – nicht nur für die Zeit der Krise», sagte Jost. Saubere Unterkünfte, ausreichender Freiraum und Waschgelegenheiten für jeden Saisonarbeiter seien auch nötig, um einer Ansteckung oder Übertragung von Krankheiten vorzubeugen. Ein Beschluss zu dem Thema bei der Konferenz gilt als fraglich: Vor allem bei den unionsgeführten Bundesländern gebe es Bedenken, hieß es.

Ende April hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Bundesländer ermahnt, Erntehelfer vor Corona-Infektionen zu schützen. Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe in der Landwirtschaft die Einreise von bis zu 80 000 ausländischen Saisonkräfte in den Monaten April und Mai erlaubt.

Bei der Videokonferenz der Agrarminister geht es auch um die Planungen für die neue Förderperiode der EU. Sie beginnt 2021, doch wird wegen der bisher ungewissen Einigung der EU-Regierungen auf einen neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) eine Übergangszeit von bis zu zwei Jahren erwartet. Laut Jost muss bei der gerechten Verteilung von öffentlichen Geldern darauf geachtet werden, dass sich Landwirtschaft «nicht nur in bestimmten Regionen konzentriert, sondern flächendeckend in ihrer Vielfalt erhalten bleibt».

Wegen der Corona-Pandemie findet die Konferenz in abgespeckter Form als Videoschalte statt. Die Länder haben sich im Vorfeld darauf geeinigt, dass keine länderspezifischen Themen beraten werden sollen. Ein Thema wird die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft sein. Zuvor beraten am Donnerstag (7. Mai) die Staatssekretäre von Bund und Ländern über mögliche Beschlüsse.

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