«Haustier-Berater» gegen Tiere als Weihnachtsgeschenk

Die Kosten für den Hund sind höher als gedacht, die Katzenhaare nerven und die Eltern wollen doch kein Haustier: Noch immer werden viele Tiere unüberlegt gekauft und den Besitzern schnell lästig. Ein «Haustier-Berater» im Internet soll das verhindern helfen.

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Foto: dpa-Archiv

TRIER/MAINZ. Die beliebten blau-gelben Doktorfische gelten als schwierige Pfleglinge, für einen Hund müssen im Monat mindestens Kosten von um die 90 Euro gerechnet werden und für Kinder im Alter von zehn Jahren sind Fische und Terrarientiere nicht geeignet. Das geht aus dem «Haustier-Berater» hervor, den das Bundeslandwirtschaftsministerium auf seiner Homepage bietet.

Neben dem Alter der Tierhalter orientiert sich der online Berater in Sachen Haustierkauf an der Größe des gewünschten Tiers, seiner Herkunft, dem Pflegebedarf, dem «Kuschelfaktor», der Lebenserwartung sowie an den monatlichen Kosten für die Haltung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und der Deutsche Tierschutzbund Rheinland-Pfalz in Trier raten dringend davon ab, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. «Die Anschaffung eines Haustiers muss sorgfältig überlegt werden», sagte Klöckner, die auch CDU-Landesvorsitzende ist, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Viele Tierheime vermittelten vor Weihnachten keine Tiere mehr, um zu verhindern, dass diese doch unterm Weihnachtsbaum landeten, sagte der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbunds Rheinland-Pfalz, Andreas Lindig.

Insbesondere als Überraschungsgeschenk seien Tiere überhaupt nicht geeignet, warnt Lindig. Ältere Menschen im Ruhestand bekämen immer wieder von ihren Kindern einen Hund, weil sie den doch schon immer wollten und gerne spazieren gingen. «Die Familienplanung bei den Eltern ist aber oft ganz anders», warnt Lindig. «Tiere Kindern zu schenken, geht gar nicht.» Eine ordentliche Versorgung sei von ihnen nicht dauerhaft zu erwarten. Die Eltern müssten sich klar sein, dass sie sich das Tier schenkten und dass sie die Verantwortung trügen. Oft dächten sie auch nicht darüber nach, was das zehn Jahre alte Kind dauerhaft mit einem Tier anfange, das eine Lebenserwartung von 20 Jahren habe.

Wer ernsthaft interessiert sei, solle Zubehör, einen Ratgeber, einen Käfig oder einen Gutschein zu Weihnachten verschenken. Zubehör sei oft ohnehin das Teuerste, sagte Lindig. «Ein Kaninchen kriegt man schon für 20 Euro, einen Stall, in dem es sich wohl fühlt aber erst so ab 300 Euro.» Vielen werde ein viertel oder ein halbes Jahr nach der Anschaffung klar, dass es doch nicht zum Lebensstil passe. Zahlen über ausgesetzte Haustiere gebe es aber nicht.

Info: Haustier-Berater des Landwirtschaftsministeriums

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