Anwalt bei zwei Prozessen: Termin im «Babymord-Prozess» aufgehoben

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Foto: dpa-Archiv

FRANKENTHAL. Im sogenannten Babymord-Prozess hat das Landgericht Frankenthal den Verhandlungstermin am morgigen Dienstag aufgehoben. Das teilte ein Justizsprecher in der pfälzischen Stadt am Montag ohne weitere Angaben mit.

Grund für den Schritt des Gerichts dürfte ein Konflikt in der vergangenen Woche sein. Pflichtverteidiger Alexander Klein hatte den laufenden Prozess verlassen, um in einem parallel stattfindenden Verfahren einen Mandanten zu vertreten. Der «Babymord-Prozess» musste daraufhin abgebrochen werden. An diesem Dienstag hätten erneut beide Verfahren gleichzeitig stattgefunden.

Wegen Kleins Weggang hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal bei der Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken ein anwaltsgerichtliches Verfahren beantragt. Dabei soll der Zeitung «Die Rheinpfalz» zufolge geprüft werden, ob der Anwalt möglicherweise pflichtwidrig gehandelt hat. Dazu sagte Klein am Montag der Deutschen Presse-Agentur, er sehe dem Vorgang gelassen entgegen. «Ich kann mich ja nicht klonen.» Klein zufolge war die Terminkollision für das Landgericht vorauszusehen.

In dem zweiten Verfahren in Frankenthal wird die Explosion auf dem Gelände des Chemieunternehmens BASF mit fünf Toten im Oktober 2016 verhandelt. Klein vertritt die Eltern eines getöteten Feuerwehrmanns. Dieser Prozess soll an diesem Dienstag wie geplant stattfinden.

Im «Babymord-Prozess» geht es um den Tod eines zwei Monate alten Kindes. Der Anklage zufolge soll ein heute 35 Jahre alter Mann seine kleine Tochter aus dem zweiten Stock eines Hauses geworfen und so getötet haben. Neben Mord wird dem Deutschen auch versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vorgeworfen.

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