Erschreckende Dimensionen – Versuchte die Polizei einen V-Mann in der Fanszene anzuwerben?

2

Bildquelle: Daniel Prediger

TRIER. Offenbar kam es von Seiten der Trierer Polizei zu dem Versuch einen V-Mann in der Fanszene zu integrieren. Dies berichtet die Trierer Ultragruppierung „Insane Ultra“ auf ihrer Webseite.

Wie die Ultras berichten, soll dieser Anwerbeversuch nach dem Spiel gegen Hessen Kassel stattgefunden haben. So versuchte eine Polizist eine Person aus der Fanszene als Informanten zu gewinnen und bot ihm für diese Tätigkeit 400 Euro an. Dieser soll die Tätigkeit allerdings abgelehnt haben und informierte umgehend die Trierer Fanszene.

„Es ist eine neue Dimension des Vorstellbaren erreicht. Keine finanziellen, beziehungsweise personellen Mittel werden gescheut, um Unfrieden und Zwietracht in der Szene zu sähen. Die völlig unverhältnismäßige Kriminalisierung von Fußballfans dient offenkundig dazu, um von staatlichem Versagen in anderen Bereichen abzulenken“, schreibt die Gruppierung auf ihrer Internetseite.

V-Männer werden meist bei Drogendealern, im Rotlichtmilieu oder gar bei Terrororganisationen eingesetzt, informiert „Insane Ultra“. Die scheinbare Gleichstellung von Fußballfans mit diesen Gruppierungen erscheint der Gruppe ein absoluter Sakandal.

„Natürlich kommt es bei Fußballspielen manchmal zu unschönen Szenen, das kann niemand abstreiten, doch gibt das der Polizei das Recht, Fußballfans wie Terroristen oder Drogenbanden zu behandeln?“, heißt es in der Mitteilung.

Gerade in den letzten Spielen empfinden viele Eintracht-Fans, ob Ultra oder nicht, das Verhalten und die Präsenz der Polizei als grundlos aggresiv, provozierend und aus ihrer Sicht zunehmend unverhältnismäßig.

Als nach dem Schlusspfiff gegen Koblenz, drei Personen lediglich die vorher angebrachten Zaunfahnen entfernen wollten, nahm die Polizei dies zum Anlass mit einer Vielzahl von Polizisten vor den Fanblock zu laufen. Deeskalierende Maßnahmen sehen aus Sicht vieler Zuschauer anders aus.


Kommentar:

Die aktuellen Entwicklungen mit dem scheinbaren Versuch einen V-Mann anzuwerben, nehmen immer heftigere Ausmaße an. Fanszenen, nicht nur in Trier, werden zunehmend kriminalisiert und den Methoden der Staatsgewalt sind scheinbar keine Grenzen mehr gesetzt. Eine Entwicklung die nicht nur in der Szene selbst, sondern auch von mehr und mehr außerhalb stehenden Personen wahrgenommen und kritisch betrachtet wird.

Problemlösung gelingt in erster Linie über einen gemeinsamen Dialog. Traditionellerweise liegen die Vorstellungen beider Parteien eher fern als nah. Diese Art der Eskalation führt allerdings zum genauen Gegenteil – dem Verlust des letzten kleinen Funken Vertrauens. Eine Entwicklung und Strategie die mehr als fragwürdig erscheint.

2 KOMMENTARE

  1. Die Ausgaben des deutschen Staates für seine Geheimdienste haben sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/bnd-und-verfassungsschutz-geheimdienste-bekommen-mehr-millionen-fuers-mitlesen-1.3152028

    Zitat aus dem Artikel „um Unfrieden und Zwietracht zu sähen“ -> Gut erkannt, wenn auch spät.
    Der Staat sind ein Haufen Leute, welche sich zwischen die Starken und die Schwachen stellen, aber nicht als selbstlose Vermittler, sondern zum Selbsterhalt des Beamtentums. Manchmal wird von den Starken abgegriffen und an die Schwachen verteilt, manchmal wird aber auch von unten nach oben verteilt – eben immer so, wie es dem Fortbestand des Staates und auch dem Fortbestand der Front „arm gegen reich“ zuträglicher ist.

    Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt auch mal die Polizei Trier auf dem Radar, wegen Grundrechtsverletzung bei Hausdurchsuchung. –> GERICHTE GEHÖREN NICHT ZUM STAAT! Bzw. noch nicht alle…

  2. Nicht verwunderlich, schaut Euch doch einen großen Teil der handelnden politischen Protakonisten an, viele nicht nur die „Raute des Schreckens“ haben Ihren Ursprung in der ehem. DDR./SBZ.
    Wo ist es da verwunderlich, wenn man die aus s Sicht,dieser Personen „angenehmlichkeiten“aus alten Tagen in die Neuzeit einbaut. Wie alle herrschenden Eliten, oder die welche sich dafür halten, haben eines im Sinn, Ihre Macht zu behalten, bzw. zu mehren, wo liegt es da nahe,alles und jeden zu bespitzeln, um auf dem laufenden zu sein,.daß dieses in der Geschichte, nie geklappt hat, vergessen diese Gestalten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.