Qualifizierter Deutschunterricht für Flüchtlinge

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TRIER/MAINZ. „Die Situation ist zurzeit mehr als unbefriedigend“, so die Landesvorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz, zu den derzeitigen Regelungen an den Schulen beim Deutschunterricht für Flüchtlinge. 

„Vielfach kommen Flüchtlinge ohne Deutschkenntnisse an den Schulen an und die Versorgung mit Unterricht für Deutsch als Zweitsprache gestaltet sich schwierig. Von den Schulen erreichen uns als Philologenverband Beschwerden, dass man vor Ort mit der Suche nach geeigneten Lehrkräften alleine gelassen wird. Wieder einmal scheint es so zu sein, dass Lehrkräfte alles zusätzlich auffangen und als Lückenbüßer einspringen müssen, obwohl gleichzeitig fast komplette Referendarjahrgänge in die Arbeitslosigkeit entlassen oder mit Zeitverträgen abgespeist werden, die wiederum einen Einsatz als Sprachförderlehrkräfte für Flüchtlinge unmöglich machen“, erklärt die Landesvorsitzende des Verbandes der Gymnasiallehrkräfte.

Schwartz ergänzt: „Wir hätten genügend Lehrkräfte, die für die Sprachförderung für Flüchtlinge zur Verfügung stehen, denn tatsächlich warten derzeit mehr als 90 Prozent aller fertig ausgebildeten Gymnasiallehrkräfte auf eine Planstelle, hangeln sich von Vertretungsvertrag zu Vertretungsvertrag und werden vor den Sommerferien oft in die Arbeitslosigkeit entlassen. Absurderweise bleibt auch den Deutschlehrkräften unter ihnen die Möglichkeit verschlossen, Flüchtlingen Deutsch beizubringen.“ Die Begründung hierfür scheint völlig an den Bedürfnissen der Realität vorbeizugehen: Verträge für Sprachförderlehrkräfte setzen voraus, dass man bisher noch nicht beim Land Rheinland-Pfalz angestellt war, eine Voraussetzung, die bisherige Vertretungslehrkräfte natürlich nicht erfüllen. „Der Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung daher auf, endlich die Vertragsart für Sprachförderlehrkräfte zu ändern und ordentliche Verträge mit ausgebildeten Lehrkräften zuzulassen“, geht Schwartz in die Offensive. Schon in den Tarifverhandlungen hatte der Deutsche Beamtenbund (dbb) als Dachverband des Philologenverbandes dafür gekämpft, dass es einen tariflichen Ausschluss sogenannter sachgrundloser Befristungen gibt; eine Einigung konnte dabei allerdings nicht erzielt werden. „Die prekäre Lage bei der Versorgung mit Deutschunterricht für Flüchtlinge verlangt nun nach entschlossenem und verantwortungsbewusstem Handeln der Landesregierung“, fordern die Philologen.

Darüber hinaus macht sich der Philologenverband Rheinland-Pfalz dafür stark, dass das Pädagogische Landesinstitut alle verfügbaren Mittel ausschöpft und notfalls umschichtet, um genügend Weiterbildungskurse für Deutschlehrkräfte anzubieten, die bereit sind, Deutsch als Zweitsprache für Flüchtlinge zu unterrichten.

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