Trier. Die geplanten neuen Probebühnen für das Theater Trier im Energie- und Technikpark (ETP) der Stadtwerke nehmen konkrete Formen an. Kulturdezernent Markus Nöhl stellte dazu in einem Pressegespräch eine Vorlage vor, die erstmals eine umfassende Wirtschaftlichkeitsprüfung enthält. Das Ergebnis: Eine Anmietung der Räume wäre für die Stadt deutlich günstiger als ein eigener Bau oder ein Ankauf.
Geplant ist, Probebühnen für Schauspiel, Oper und Tanz sowie die Kostümabteilung des Theaters in den Energie- und Technikpark in Trier-Nord zu verlagern – in unmittelbare Nähe zu den bereits dort angesiedelten Theaterwerkstätten. Dort nutzt das Theater bereits eine Halle gemeinsam mit dem Amt StadtRaum.
Der Hintergrund: Die bisherigen Probenräume im Theater am Augustinerhof sowie an extern angemieteten Standorten gelten seit Jahren als zu klein und nur eingeschränkt geeignet. Für größere Produktionen fehlen geeignete Flächen, sodass teilweise sogar auf der eigentlichen Bühne geprobt werden muss.
Kulturdezernent Nöhl und die geschäftsführende Direktorin des Theaters Trier, Eva Gaertner, betonten daher die zentrale Bedeutung der geplanten Räume für den Theaterbetrieb. Der Großteil der Arbeit eines Theaters finde nicht auf der Bühne statt, sondern in der Vorbereitung – bei Proben, der Entwicklung von Produktionen, beim Schneidern von Kostümen oder beim Bau von Kulissen.
Drei Varianten im Kostenvergleich
Teil der Vorlage ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die mehrere städtische Ämter erstellt haben. Darin werden drei mögliche Varianten miteinander verglichen.
Anmietung (SWT baut):
Die Verwaltung kalkuliert mit einem Mietzins von rund 25 Euro pro Quadratmeter für das Gebäude sowie 7,80 Euro pro Quadratmeter für Stellplätze. Über einen Zeitraum von 20 Jahren würde die Anmietung den städtischen Haushalt rund 8 Millionen Euro kosten. Zudem wären 50 Prozent der Mietkosten über Landesmittel förderfähig.
Eigenbau durch die Stadt:
Bei einem Bau in Eigenregie rechnet die Verwaltung ebenfalls mit Baukosten von rund 12 Millionen Euro. Unter Einbeziehung von Grundstückskosten, Bauunterhalt, Abschreibungen, Zinsen und Inflation würde diese Variante über 20 Jahre etwa 11,8 Millionen Euro kosten.
Ankauf des Gebäudes:
Ein Kaufpreis liegt zwar nicht vor, doch nach Einschätzung der Stadtwerke müssten mindestens die Baukosten von rund 12 Millionen Euro angesetzt werden. Zusammen mit Grundstückskosten und Kaufnebenkosten würde der Betrag auf mindestens etwa 13 Millionen Euro steigen.
Damit gilt aus Sicht der Verwaltung die Anmietung als wirtschaftlichste Lösung.
Politischer Hintergrund
Die geplante Verlagerung steht auch im Zusammenhang mit einer politischen Debatte der vergangenen Monate. Für die bereits im ETP untergebrachten Theaterwerkstätten gibt es seit Jahren einen Stadtratsbeschluss – für die Probebühnen hingegen bislang nicht. Dieser fehlende Beschluss hatte im Stadtrat teilweise für Kritik gesorgt.
Der Stadtvorstand räumte das Versäumnis ein, betonte jedoch mehrfach, dass der Stadt daraus kein finanzieller Schaden entstanden sei.
Entscheidung im April möglich
Als nächster Schritt wird die Vorlage nun in mehreren Ausschüssen beraten, darunter im Haushalts- und Personalausschuss. Eine endgültige Entscheidung könnte der Stadtrat in seiner Sitzung am 16. April treffen.
Sollte der Beschluss fallen, würde das Theater Trier künftig einen zentralen Produktionsstandort erhalten – mit Probebühnen, Kostümabteilung und Werkstätten in unmittelbarer Nähe zueinander. Nach Einschätzung der Verwaltung könnte dies die Arbeitsbedingungen für Ensemble und Technik deutlich verbessern.

















