Neues Selbstverständnis durch die Taufe – Bischof Ackermann predigt über österliche Freiheit

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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann

Trier. Mit der Taufe auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi wird Christen ein neues Selbstverständnis geschenkt: die österliche Freiheit der Kinder Gottes. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Feier der Osternacht am 4. April im Trierer Dom gesagt.

Diese Freiheit sei nicht einfach identisch mit dem, was man oft im Alltag unter Freiheit vestehe: ganz ungebunden zu sein oder Macht zu haben, die Dinge und Menschen nach den eigenen Vorstellungen bestimmen zu können. „Die Freiheit der Kinder Gottes ist vor allem eine innere Freiheit“, sagte Ackermann. Es sei eine Freiheit, die selbst in Situationen äußerer Unfreiheit nicht verloren gehe. Der Bischof verglich die österliche Freiheit mit der Freiheit von Kindern, die mit einem ganz besonderen Selbstvertrauen auf die Welt zugehen, weil sie wissen, dass sie bei ihrer Familie aufgehoben sind. Es sei eine „Freiheit, die aus dem Bewusstsein entspringt, angenommen zu sein“.

Ein neues Lebnensgefühl

Das neue Leben, das Gott an Ostern seinem Sohn Jesus Christus schenkt, „dieses Leben ist auch uns versprochen“, sagte Ackermann. Doch zeige sich das im Hier und Jetzt der Christen nicht dadurch, dass plötzlich alles anders werde. Vielmehr beginne mit der Taufe ein neues Lebensgefühl, ein neues Selbstverständis im Bewusstsein dieser österlichen Freiheit. Diese Freiheit der Kinder Gottes sei kein Ausstieg in die Unverbindlichkeit und keine Freiheit auf Kosten und unter Ausnutzung anderer. Vielmehr sei sie eine Freiheit, die sich geschenkt weiß, die weiß, dass sie ein Zuhause beim barmherzigen Vater im Himmel hat und die deshalb eine Form der Gelassenheit sei, erklärte der Bischof. Zugleich sei sie die Freiheit, die „sich riskiert, die nicht kleinlich rechnet, die großzügig ist, weil sie weiß, dass sie sich selber der Güte Gottes verdankt“.


So sei die österliche Freiheit der Kinder Gottes ein Geschenk, aber auch anspruchsvoll, mahnte Ackermann. Daher brauche es immer wieder die Erinnerung und die gemeinsame Feier des Glaubens, „damit die uns als Christen geschenkte Freiheit wachsen kann“.

Die geschenkte Freiheit sei auch der „Verstehensschlüssel“, der innere Code der Osternachtsfeier. Sie sei zu finden in der völlig überraschenden Erfahrung der Befreiung der Israeliten aus Ägypten, von der die Exodus-Lesung spricht. Ebenso gelte dieser Code für die Botschaft der Auferstehung Jesu: Die Auferweckung Jesu dürfe verstanden werden als ein Geschehen der Befreiung aus dem Gefängnis der Endlichkeit und der Sterblichkeit, aus dem Gefängnis, dass allen Menschen gemeinsam ist. „Das ist der Grund für den österlichen Jubel“, betonte Ackermann.

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