Vor 125 Jahren wurde Oswald von Nell-Breuning geboren

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Pater Oswald von Nell Breuning (Mitte) bei der Verleihung der Trierer Ehrenbürgerwürde 1981 zusammen mit Bischof Bernhard Stein und Oberbürgermeister Felix Zimmermann

Bildquelle: Stadtarchiv Trier

TRIER. Ein großer Sohn der Stadt Trier, der Jesuitenpater Oswald von Nell-Breuning, wurde vor 125 Jahren am 8. März 1890 in Trier geboren. Als renommierter Sozialethiker und „Nestor der Katholischen Soziallehre“ gehört Oswald von Nell-Breuning zu den herausragenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern des vergangenen Jahrhunderts. Er verkörpert in gewisser Weise mit den christlich geprägten Maximen der sozialen Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität einen Gegenpol zu Karl Marx, der bekanntlich 1818 in Trier geboren wurde.

Wie Karl Marx, besuchte Oswald von Nell-Breuning ebenfalls das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und legte hier 1908 sein Abitur ab. 1911 trat Nell-Breuning in den Jesuitenorden ein. Als „Nestor der Katholischen Soziallehre“ war er unter anderem maßgeblich an der Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ von Papst Pius XI. beteiligt und prägte in den 50er und 60er Jahren die Diskussion um eine zeitgemäße Ausgestaltung des Sozialstaats in Deutschland. In über 1800 Veröffentlichungen nahm er immer wieder zu Fragen einer zeitgenössischen Ausgestaltung der Sozialpolitik Stellung. Zugleich setzte er sich wissenschaftlich mit marxistischen Theorien auseinander.


Im März 1981 wurde Nell-Breuning, der zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhielt, Ehrenbürger seiner Heimatstadt. Mit 101 Jahren starb der bedeutende katholische Theologe, streitbare Denker und Diskutant am 21. August 1991 in Frankfurt/St. Georgen.

Seit 2003 vergibt die Stadt Trier alle zwei Jahre zur Erinnerung an das epochale Lebenswerk Nell-Breunings und zur inhaltlichen Auseinandersetzung der Weitergabe seines Vermächtnisses den mit 10.000 Euro dotierten Oswald von Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier. Diesjähriger Preisträger ist der CDU-Sozialpolitiker und frühere Bundesminister Dr. Heiner Geißler. Wegen einer Erkrankung des Preisträgers musste die für den 13. März vorgesehene Preisübergabe abgesagt werden.

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