NGG Trier warnt „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage in der Stadt“

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Foto: Jens Büttner/dpa/Symbolbild

TRIER. In Trier kommen 1.016 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Stadt hingewiesen. Die NGG Trier beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz und der Arbeitsagentur.

„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in Trier aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Jerome Frantz. Der Geschäftsführer der NGG Trier warnt dabei „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage in der Stadt“. Die Gesellschaft gerate immer mehr aus den Fugen.

Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“, sagt Jerome Frantz.

Der Gewerkschafter appelliert jetzt an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Trier und der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Jerome Frantz: „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“ Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen.

Auf keinen Fall dürfe Arbeit stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden von Aktien oder Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren. Denn dafür falle meistens pauschal nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien das A und O der Reformen, die der Bund jetzt anschieben müsse. „Ein Durchschnittspaar zahlt immerhin 43 Prozent Steuern und Abgaben“, sagt Frantz. Das müsse Schwarz-Rot jetzt ändern.

Die heimischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD müssten jetzt dafür sorgen, dass „die anstehenden Reformen der Bundesregierung bei Steuern, Rente, Gesundheit & Co. die Kluft zwischen Arm und Reich überwinden und nicht noch größer machen“. Dabei dürften eine Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz keine Tabus sein. Außerdem fordert die NGG Trier Schwarz-Rot auf, „den Mut zu haben, das Ehegattensplitting abzuschaffen“. Es mache Jobs für Frauen oft unattraktiv und fördere damit überkommene Rollenbilder. (Quelle: NGG Trier)

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