In der Trierer Innenstadt sorgten in der vergangenen Woche mehrere schwarz verhülltes Großpakete für Rätselraten. Doch unter der Folie steckten keinen Adventsgeschenk, sondern eines der neuen 120-Liter-Mülltonnenmodelle, die künftig die großen Smart-Müllpressen ergänzen sollen.
Warum die Stadt diese neuen Tonnen braucht – und warum das Projekt viel komplizierter wurde als angekündigt – wird erst jetzt klar. Wir haben bei der Stadt Trier nachgefragt.
Defekte erste Serie: Stadt räumt kompletten Austausch aller Smart-Tonnen ein
Pressesprecher Michael Schmitz bestätigt dabei, dass die erste Generation der smarten 240-Liter-Müllpressen flächendeckend ausgefallen war.
Die Stadt erklärt:
„Die defekte Charge der Geräte wurde schon vor einiger Zeit komplett ausgetauscht. Das lief aufgrund der Gewährleistung auf Kosten des Herstellers.“
Der Hintergrund:
-
Die Tonnen hatten ein Softwareproblem, das nicht nur in Trier auftrat.
-
Die automatische Pressfunktion musste vollständig deaktiviert werden.
-
Die Systeme liefen wochenlang nur wie normale Mülleimer.
-
Der Austausch aller 30 Geräte erfolgte erst, nachdem die Stadt mehrfach nach Details gefragt wurde.
Damit ist klar: Die Smart-Tonnen funktionierten in Trier über Monate nicht wie geplant.
Warum standen neue Tonnen herum? – Es waren keine Ersatzgeräte
Viele Bürger fragten sich, ob die verpackten Geräte in der Innenstadt neue Austauschtonnen für weitere Defekte seien. Die Stadt widerspricht:
„Nein, die defekte Charge wurde bereits ersetzt. Die jetzt gelieferten Tonnen sind neue Modelle.“
Bei den Tonnen handelt es sich um niedrigere 120-Liter-Behälter, die zusätzlich eingeführt werden, um die Barrierefreiheit zu verbessern.
Diese Entscheidung geht auf die intensive Diskussion mit dem Behindertenbeirat zurück. Der Beirat war ausdrücklich an der Standortplanung beteiligt.
Barrierefreiheit: EU-konform, aber nicht praxistauglich
Die ersten 240-Liter-Modelle gelten laut EU-Richtlinie als barrierefrei – aber nicht nach deutscher Norm.
Die Stadt erklärt:
„Die Ausschreibung musste nach EU-Richtlinie erfolgen. Danach gelten die Behälter als barrierefrei.“
In der Praxis waren die Behälter jedoch:
-
zu hoch,
-
zu schwer,
-
und für viele Rollstuhlfahrende nicht bedienbar.
Der Behindertenbeirat lehnte eine simple Höhenanpassung der großen Tonnen ab und verlangte eine echte barrierefreie Alternative.
Daraus entstand die neue Lösung:
-
26 zusätzliche 120-Liter-Tonnen, niedriger und für Rollstuhlfahrer erreichbar
-
bewusst in Nähe der großen Tonnen platziert
-
Standortgestaltung gemeinsam mit dem Behindertenbeirat entschieden
Neue Kombination: 57 Tonnen statt ursprünglich geplanter 60
Ursprünglich war die Rede von 60 Smart-Tonnen für die Innenstadt. Nach der Neubewertung ergibt sich nun:
-
30 große 240-Liter-Pressbehälter
-
27 kleinere 120-Liter-Tonnen
= 57 Tonnen insgesamt
Teure Überraschung: Neues 100.000-Euro-Müllfahrzeug kann die 120-Liter-Tonnen nicht leeren
Brisant ist auch ein weiterer Punkt:
Für die großen Smart-Tonnen wurde Anfang 2025 ein spezielles Entleerungsfahrzeug angeschafft – Kostenpunkt rund 100.000 Euro.
Doch nun bestätigt die Stadt gegenüber dem Trierischen Volksfreund:
„Das neue Müllfahrzeug ist nicht in der Lage, die 120-Liter-Modelle zu entleeren.“
Grund:
-
Die kleinen Behälter besitzen keine Kammschüttung –
einen standardisierten Aufnahmehaken für die Hebevorrichtung. -
Es gibt noch kein kompatibles System, das die Tonnen automatisiert leeren könnte.
-
Ein Hersteller prüfe erst jetzt, ob eine passende technische Lösung künftig realisierbar sei.
Bis dahin müssen die neuen Tonnen händisch geleert werden – entgegen dem eigentlichen Automatisierungsziel des Smart-City-Projekts.
Sauberere Innenstadt – aber viele offene Fragen
Die Stadt verweist zwar auf deutliche Verbesserungen im Stadtbild:
„Die City wirkt deutlich sauberer, Müllberge um überfüllte Mülleimer sind kaum noch zu finden.“
Doch gleichzeitig bleiben zentrale Punkte kritisch:
-
Die erste Tonnen-Generation fiel vollständig aus.
-
Barrierefreiheit wurde erst nach Kritik nachjustiert.
-
Fördermittel- und Mengenplanung sind nicht vollständig transparent.
-
Das neue Spezialfahrzeug ist nur für die Hälfte der Tonnen verwendbar.
Die neuen 120-Liter-Modelle sind jedoch nun ein wichtiger Schritt.


















Welcher Dezernent stand noch stolz wie Oscar vor den neu eingeführten Modellen? Flasche leer oder wie war noch der Name? Ach nee, Tonne voll. Und so einer ist im Stadtvorstand vertreten. Kein Wunder, wenn diese Politik, oder Tonne, kein Erfolgsmodell ist.
Exemplarisch für den tagtäglichen
Irrsinn, in dem das Land gefangen
ist….
Es wundert mich einfach nicht – was funktioniert in Trier überhaupt noch vernünftig?
Leibe & Co. austauschen, vor allem diesen Thilo Becker, es wird höchste Zeit!
Da wird sich ein gewisser Herr aus Trier- zewen sehr freuen der evtl wieder ein neues kfz bestellen kann