TRIER: Internetlotsen für Senioren nicht mehr wegzudenken

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Digitalkompass des Seniorenbüros in Trier
Elisabeth Ruschel, Vorsitzendes des Seniorenbüros, und Maria Dumrese, Verantwortliche für den Digitalkompass in Trier, präsentieren eines der Motive für ihre Werbeaktion. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Der Digital-Kompass soll durch maßgeschneiderte Schulungen und Beratungen älteren Menschen den Einstieg in die digitale Welt erleichtern.

Internetlotsen spielen zentrale Rolle bei Projekt

Das Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und von „Deutschland sicher im Netz e.V.“, bei dem Internetlotsen eine zentrale Rolle spielen, setzt in Trier seit gut fünf Jahren das Seniorenbüro um. Das teilte die Stadt Trier am Mittwoch mit.

Die Vorsitzende Elisabeth Ruschel und Projektleiterin Maria Dumrese ziehen im Interview mit der Rathaus Zeitung eine positive Zwischenbilanz. „Das hat sich absolut gelohnt. Wir haben das schon kurz nach dem Start in der Corona-Zeit gemerkt. Da hatten wir den größten Zuspruch, weil ältere Menschen mit ihren entfernt lebenden Kindern in Kontakt bleiben wollten, etwa über Facetime.

Umheimliche Nachfrage nach Lern-Angebot

Vielen wurden von ihren Angehörigen Tablets oder Handys geschenkt. Diesen Effekt von Corona wollen wir langfristig nutzen. Bei uns können ältere Menschen in einem geschützten Raum mit ihrem Tempo lernen. Daher haben wir mit unseren Angeboten keine Konkurrenz und freuen uns über den Zuspruch“, betont Ruschel. Dumrese ergänzt: „Wir hatten vorher gemerkt, dass es für solche niedrigschwelligen Angebote eine unheimliche Nachfrage gibt – bei den Einzelberatungen und den Workshops – auch in den Stadtteilen. Ein solcher Ansatz ist wichtig, weil es viele Ängste und Vorbehalte gibt. Viele schrecken zum Beispiel schon mit 60 vor dem Online-Banking zurück, weil sie das für zu gefährlich halten.“

Das Interesse an den verschiedenen Angeboten ist in den Stadtteilen unterschiedlich groß: Während es in Mariahof und Trier-West noch etwas schwierig sei, Interessierte zu finden, laufe es zum Beispiel in Heiligkreuz und Zewen ziemlich gut. Dort gibt es auch ein kostenloses Internetcafé.

Einzelberatungen sind kostenpflichtig

Die Zahl der Einzelberatungen durch die Internetlosten im Rahmen des Digital-Kompasses ist in Trier mit rund 200 im Jahr relativ konstant. Dumrese erläutert das Konzept: „Es geht nicht nur um das Vermitteln der Technik, sondern auch darum, ältere Menschen da abzuholen, wo sie sind und sie zu ermutigen, alles selbst auszuprobieren. Die Lotsen sollen die wichtigsten Infos mit viel Geduld in einfacher, gut verständlicher Sprache erklären. Eine Einzelberatung ist kostenpflichtig, weil die Organisation mit einigem Aufwand für uns verbunden ist. Neuerdings besuchen unsere Internetlotsen bewegungs- beeinträchtigte Senioren auf Wunsch auch zu Hause.“

Verstärkung für Internetlotsen-Team gesucht

Für das Internetlotsen-Team würden weitere Verstärkungen gesucht, vor allem Frauen. Neu im Programm ist auch ein Angebot für Neu ist ein Angebot für sehbeeinträchtigte Menschen. Das Team bietet auch Infos zu einer App an, um Hörgeräte zu steuern und greift immer wieder aktuelle Themen auf, wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder Künstliche Intelligenz (KI), die Älteren viele Chancen bieten. Dazu erhalten die Internetlotsen spezielle Info-Materialien. Zudem gibt es Weiterbildungen, auch auf der Landesebene. Weitere Informationen zu den Kursen und einem Einsatz als Internetlotse im Seniorenbüro, Telefonnummer: 0651/75566, sowie online: www.seniorenbuero-trier.de

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