Alarmierende Zahlen: Fehltage wegen psychischer Leiden in RLP auf Rekordniveau

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Foto: Peter Steffen/dpa/Illustration

MAINZ. Noch nie haben Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz öfter wegen psychischer Leiden krank auf der Arbeit gefehlt als im Jahr 2023. Das zeigt eine repräsentative Auswertung der Krankenkasse Barmer unter den bei ihr in dem Bundesland versicherten 190.000 Erwerbspersonen.

Demnach entfielen im Vorjahr auf jeden Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz im Durchschnitt 4,6 Fehltage im Beruf wegen seelischer Probleme (2022: 4,1 Tage, Bund: 4,5 Tage). Die größte Rolle spielten dabei Depressionen mit 1,3 Arbeitsunfähigkeitstagen (2022: 1,1 Tage, Bund: 1,3 Tage). Damit ist die Zahl der beruflichen Fehltage infolge psychischer Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren um 53 Prozent gestiegen in Rheinland-Pfalz (2013: 3,0 Tage). „Seelische Leiden haben manchmal auch betriebsbedingte Ursachen. Ein mitarbeiterorientierter und wertschätzender Führungsstil, der Beschäftigte in Entscheidungen einbindet, fördert die Gesundheit am Arbeitsplatz“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen könne auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert werden und wichtig sein.

Atemwegsinfekte zweithäufigster Grund für Arbeitsunfähigkeit

Laut Barmer fielen Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz im Jahr 2023 durchschnittlich 23,0 Tage im Job wegen Krankheit aus (2022: 22,9 Tage, Bund: 22,6 Tage). Nach psychischen Leiden sorgten Erkrankungen der Atemwege wie Grippe, Husten und Schnupfen mit 4,5 Tagen pro Kopf (Bund: 4,5 Tage) für die zweitmeisten Fehlzeiten bei Beschäftigten aus dem Bundesland. Das waren fast genauso viele Fehltage wie im Jahr 2022 (4,7 Tage) mit dem bisherigen Höchstwert bei Atemwegserkrankungen in Rheinland-Pfalz.

Der dritthäufigste Grund für Ausfallzeiten rheinland-pfälzischer Beschäftigter waren im Vorjahr Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen mit 4,2 Tagen (2022: 4,0 Tage, Bund: 4,0 Tage), gefolgt von Verletzungen wie Verstauchungen und Bänderrisse mit 2,3 Tagen (2022: 2,2 Tage, Bund: 2,3 Tage). Der Krankenstand in Rheinland-Pfalz lag im Vorjahr bei 6,3 Prozent (2022: 6,3 Prozent, Bund: 6,2 Prozent). „An einem durchschnittlichen Kalendertag waren also von 1.000 Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz 63 arbeitsunfähig gemeldet“, erläutert Kleis.

Regionale Unterschiede beim Krankenstand in Rheinland-Pfalz

Die Analyse der Krankenkasse zeigt auch teils erhebliche Unterschiede zwischen den 36 Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz mit Blick auf das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. So registrierten die Statistiker in Zweibrücken mit 28,5 Krankheitstagen die landesweit höchsten beruflichen Fehlzeiten je Erwerbsperson im Jahr 2023. Das waren rund zehn Tage mehr als in Mainz (18,7 Tage) mit den wenigsten Tagen von Arbeitsunfähigkeit in Rheinland-Pfalz.

Bei den psychischen Erkrankungen gab es im Jahr 2023 die meisten beruflichen Ausfalltage je Erwerbsperson im Landkreis Kusel (6,2 Tage) und damit fast doppelt so viele wie im Eifelkreis Bitburg-Prüm (3,3 Tage), wo die landesweit geringsten Ausfallzeiten aufgrund von seelischen Leiden gezählt wurden. Bei den Atemwegserkrankungen verzeichnete der Donnersbergkreis mit durchschnittlich 5,9 Fehltagen im Beruf den Höchstwert in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr. Den Tiefstwert bei den Atemwegserkrankungen gab es bei den Beschäftigten im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 3,5 Fehltagen. (Quelle: BARMER Rheinland-Pfalz/Saarland)

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2 Kommentare

  1. Wundert mich nicht. Diejenigen, die noch treu einer Arbeit nachgehen müssen für die Faulenzer mitarbeiten. Das bedeutet mehr Leistung pro Zeiteinheit. Dass das nicht lange gut geht ist doch klar.

  2. Eines der größten Probleme ist das in Deutschland auf einmal alles digitalisiert werden muss. Das scheitert zur Zeit an schlechtem Internet, umständlicher Software, an IT-Spezialisten die meinen sie wären Steve Jobs oder Mark Zuckerberg, unsinniger, überflüssiger Programme und einer Generation an Arbeitskräften die als Speichermedium Stift und Papier benutzen. Selbst wenn es der größte Blödsinn ist muss heutzutage eine KI her. So verpufft Arbeitszeit in den Wirren der EDV und die wirklich wichtigen Dinge bleiben liegen. Kuck euch unsere Straßen an, die werden durch Computerprogramme nicht frisch geteert, sehen aber in der Simulation super aus.

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