Nach Anzeige: Trierer ADD-Chef weist Vorwürfe zurück – CDU überzeugt das nicht

Der ADD-Chef hat sich drei Tage nach dem Eingang einer Anzeige gegen ihn zu Wort gemeldet. Dabei geht es um eine möglicherweise falsche Aussage im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe. Die CDU-Opposition überzeugt er mit seiner Stellungnahme nicht.

0
ADD-Chef Thomas Linnertz. Foto: Sascha Ditscher/dpa/Archivbild

TRIER/MAINZ. Der Chef der Trierer Landesbehörde für Katastrophenschutz ADD, Thomas Linnertz, hat Vorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit dem Landtags-Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe zurückgewiesen.

Er habe dessen Arbeit «selbstverständlich aktiv durch mehrfache, ausführliche Zeugenaussagen unterstützt», teilte Linnertz am Freitag in Trier mit.

Dabei habe er «in aller Offenheit und aus der Erinnerung heraus ausführlich» ausgesagt. «Außerdem habe ich zu den jeweiligen Vorhalten und Rückfragen detailliert Stellung genommen.» Dabei habe er «immer wahrheitsgemäß geantwortet», betonte der Chef der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion.

Den Vorwurf einer vorsätzlichen Falschaussage weise er «in aller Entschiedenheit» zurück. «Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich, auch aufgrund der erhobenen Strafanzeige, keine darüber hinausgehenden Aussagen treffen», erklärte Linnertz. Die Anzeige hatte die CDU-Fraktion wegen falscher uneidlicher Aussage gestellt.

Nach Ansicht des CDU-Obmanns im Untersuchungsausschuss, Dirk Herber, entkräftet Linnertz‘ Stellungnahme den Verdacht der Falschaussage nicht. Linnertz weiche in seiner Stellungnahme «den eigentlichen Tatsachen aus», teilte Herber in Mainz mit. «Es bleibt dabei, dass er dem Untersuchungsausschuss verschwiegen hat, dass ihn auch private Gründe seiner ehemaligen Vizepräsidentin bei der Urlaubsentscheidung beeinflusst haben.»

Dies habe er wenig später vor laufenden Kameras mitgeteilt. «Hierzu drei Tage zu schweigen und dann lediglich mitzuteilen, dass man den Ausschuss durch ausführliche Zeugenaussagen unterstützt habe, beantwortet die offenen Fragen nicht.»

Bei den Vorwürfen geht es um die letzte öffentliche Sitzung des U-Ausschusses am 27. April. Thema war die Genehmigung der privaten USA-Reise von Linnertz‘ inzwischen pensionierter Stellvertreterin. Sie war wenige Tage nach der Ahrflut mit 134 Toten privat in die USA gereist.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.