Politischer Aschermittwoch: Rehlinger – “Union wirkt wie ein Club von Skatbrüdern”

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Foto: dpa

REHLINGEN-SIERSBURG. Mit verbalen Spitzen hat die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) beim politischen Aschermittwoch die CDU und CSU scharf attackiert.

«Man hat fast ein bisschen den Eindruck, die Union wirkt wie ein Club von Skatbrüdern: überreizt, ständig Kontra und die Damen werden immer wieder übertrumpft», sagte Rehlinger vor rund 800 Genossen im saarländischen Rehlingen-Siersburg. «So macht man keinen Skat.»

Die SPD stelle acht Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, vier davon sind weiblich. «Ich finde, wir sehen auch einfach Bombe aus», sagte Rehlinger. Und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) habe als Spitzenkandidatin im Oktober «auch beste Chancen, Ministerpräsidentin in Hessen zu werden». Rehlinger, die seit April 2022 Regierungschefin im Saarland ist, rief Faeser aus der Ferne zu: «One Love für dich aus Rehlingen!»

Die neue SPD-Alleinregierung sei noch nicht mal ein Jahr an der Saar im Amt: «Aber wir haben schon am laufenden Band geliefert», sagte Rehlinger. Die CDU Saar dagegen habe sich «aus der politischen Verantwortung ausgeklinkt». Das Motto der CDU Saar sei momentan von «4V» geprägt: «völlig von Verantwortung verabschiedet. Das scheint momentan das Motto zu sein», sagte Rehlinger.

Und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz «irrlichte» herum. «Mal hierhin, mal dorthin», sagte Rehlinger. Er habe «eine Brandmauer der Union gegen die AfD» versprochen und dass mit ihm die AfD halbiert werde. «Die Brandmauer der CDU hat sich als dünner Vorhang erwiesen. Und die Umfragewerte der AfD sind so stark wie seit 2016 nicht mehr», sagte sie.

Zu Gast war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die Rehlinger als «eine wichtige Partnerin in der Bundespolitik» lobte. Rehlinger: «Du bist nicht nur gradlinig und kompetent, sondern wir alle sind immer regelrecht beeindruckt von deiner Ausstrahlung. Ohne dich wäre die SPD nicht da, wo sie ist, nicht in Rheinland-Pfalz und nicht im Bund. Gut, dass wir dich haben.»

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