Sicherheitsprobleme: Digitale Zeugnisse in RLP verzögern sich

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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

MAINZ. Eigentlich sollten die ersten Abiturientinnen und Abiturienten schon in diesem Jahr ein digitales Zeugnis erhalten. Wegen Sicherheitsproblemen der Software dauert es nun voraussichtlich ein Jahr länger.

Ein Jahr später als zunächst geplant soll es die ersten digitalen Schulzeugnisse in Rheinland-Pfalz im kommenden Schuljahr 2022/23 geben. Als Grund für die Verzögerung nannte das Bildungsministerium in Mainz «Schwachstellen im Sicherheitssystem der Bundesdruckerei». Davon betroffen war ein öffentlicher Schlüssel im Testsystem für die Zeugnis-Blockchain. Bei einer Blockchain werden die Daten nicht auf einem zentralen Computer gespeichert, sondern liegen verteilt auf den Rechnern der beteiligten Akteure, so dass Daten nicht manipuliert werden können.

Bei einem Feldtest wurden vor einigen Monaten in Nordrhein-Westfalen erste digitale Zeugnisse ausgestellt. Auch für die rheinland-pfälzische Software zur Schulverwaltung namens edoo.sys RLP gebe es bereits eine Verbindung, um digitale Abiturzeugnisse ausstellen zu können, erklärte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz. Die Technik dafür haben die Bundesdruckerei und die von öffentlichen Stellen getragene IT-Firma govdigital entwickelt.

«Die im Testsystem erkannten Schwachstellen wurden abgestellt.» Dabei seien nur Daten sichtbar geworden, die ohnehin öffentlich seien. Schülerdaten seien nicht tangiert gewesen. Zurzeit gebe es einen intensiven Austausch mit allen beteiligten Dienstleistern. Dabei solle sichergestellt werden, dass alle Hinweise und Erkenntnisse der bisherigen Versuche im weiteren Entwicklungsprozess berücksichtigt würden. Über die Verzögerung hatte zuvor auch der Radiosender RPR1 berichtet.

Inzwischen ist geplant, im Schuljahr 2022/23 die ersten digitalen Zeugnisse in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin auszustellen. In Rheinland-Pfalz sollen dann auch die Abiturzeugnisse des kommenden Schuljahres digital ausgegeben werden. Damit entfällt künftig die Notwendigkeit, Kopien von Papierzeugnissen zu beglaubigen. Die Zeugnisdaten können auch nahtlos in die Verwaltungssysteme von Hochschulen übernommen werden.

Die Vergabe digitaler Zeugnisse ist ein Projekt für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Dieses verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden dazu, insgesamt rund 600 Verwaltungsleistungen über das Internet bereitzustellen. In der Bildung hat Sachsen-Anhalt die Federführung übernommen, Rheinland-Pfalz arbeitet daran mit. (dpa)

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