Fußball-Europameisterschaft: Wer sind die Favoriten?

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Symbolbild; Pixabay

Am 11. Juni 2021 beginnt die UEFA EURO 2020, wie die Fußball-Europameisterschaft offiziell heißt. Nach der Verschiebung im letzten Jahr könnte es sogar eine recht stimmungsvolle EM geben. Nach aktuellem Stand könnten in allen Stadien Zuschauer zugelassen werden. Vielleicht lässt sich ja im Public Viewing sogar ein Sommermärchen feiern.



Deutschland nicht der Top-Favorit



Während bei den Amateuren die Saison 2021/22 ihre Schatten vorauswirft, steht bei den Profis noch ein Highlight 2020/21 im Kalender. Bis zum 11. Juli ermitteln die 24 besten Nationalmannschaften den Europameister. Deutschland ist diesmal sicherlich nicht der Top-Favorit, aber chancenlos geht die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nicht ins Turnier.



Den größten Block im Kader stellen die Bayern mit sieben Spielern, darunter auch Thomas Müller, der nach seiner Ausmusterung 2019 mit vollem Tatendrang zurückkehrt. Müller dürfte als einer besten Torvorbereiter der Bundesliga entscheidende Bedeutung im Angriff zukommen. Für die Stabilisierung der zuletzt nicht immer sattelfesten Abwehr nominierte der Bundestrainer Mats Hummels. Auch er kehrt nach gut zwei Jahren in die Nationalmannschaft zurück und soll einer der Leitspieler sein.



Mit breiter Brust kommen die drei Spieler des Champions-League-Gewinners FC Chelsea London ins Trainingslager nach Seefeld in Österreich. Antonio Rüdiger soll neben Mats Hummels in der zentralen Abwehr agieren. Dagegen haben Siegtorschütze Kai Havertz und Timo Werner ihre Stärken im Offensivspiel. Mit Werner und Kevin Volland hat der Weltmeister von 2014 übrigens nur zwei echte Sturmspitzen im Kader. Aber Thomas Müller kann ja auch den Part in der Spitze übernehmen, sodass dies kein Nachteil sein sollte.



Drei große Favoriten



Die EURO 2020 verspricht sehr spannend zu werden. Gleich drei Mannschaften sind für die Fans interessant, wenn es um EM Wetten geht. Neben Weltmeister Frankreich sind England und Belgien die großen Favoriten des Turniers. Interessant bei Frankreich: Im Kader der „Les Bleus“ steht kein Spieler des Meisters Olympique Lille. Überhaupt spielen nur fünf Spieler in der heimischen Liga. Wenn etwas gegen Frankreich spricht, dann ist es die schwere Gruppe F. In ihr trifft der Weltmeister auf Deutschland, Portugal und Ungarn.



Wenn es nach den Buchmachern geht, ist England neben Frankreich der Top-Favorit. Ein Vorteil der „Three Lions“ könnte sein, dass das Team fünf der sieben Spiele bis zum Finale im heimischen Wembley-Stadium spielen würde. Belgien ist hingegen FIFA-Weltranglisten-Erster und damit natürlich auch ein Anwärter auf den Titel. 



Gibt es Überraschungen?



Während im Amateurfußball noch über Auf- und Abstiegsregelungen gestritten wird, könne sich die Fans auf spannende Gruppenspiele freuen. Auch in diesem Jahr hoffen sicherlich viele auf die eine oder andere Überraschung. Gerade die EURO war immer dafür gut. Wer erinnert sich nicht daran, als Dänemark 1992 aus dem Urlaub direkt zur EM reiste und den Titel holte. 2004 schnappte Otto Rehhagel mit den Griechen Gastgeber Portugal den Pokal vor der Nase weg.



Ob es auch in diesem Jahr einen Außenseitersieg gibt? Die eine oder andere Sensation in der Gruppenphase könnte es geben. Wer ein gutes Gespür für eine Überraschung hat, kann beim Wetten viel Geld verdienen. Schon zum Auftakt gibt es hohe EM Quoten, falls die Türkei in Rom gegen Italien gewinnt. Da Auftaktspiele oft ihre eigenen Gesetze haben, ist eine Überraschung gar nicht so abwegig. In der Gruppe A spielen außerdem die Schweiz und Wales.



In der Gruppe B gibt es mit Finnland einen krassen Außenseiter, zumindest wenn es nach den Buchmachern geht. Finnland ist zum ersten Mal in einer Endrunde vertreten und will Belgien, Dänemark und Russland ärgern. Im vorläufigen Kader stehen Spieler aus Klubs vieler Nationen. Nur drei Finnen spielen noch in der Heimat, dafür kommen zwei aus Nordamerika. Die Bundesliga ist mit Lukas Hradecky (Leverkusen), Joel Pohjanpalo (Union Berlin) und Fredrik Jensen (Augsburg) vertreten.



Noch ein Neuling



Auch in der Gruppe C spielt ein Neuling mit, dem die Buchmacher wenig Chancen einräumen. Nordmazedonien konnte sich in den Play-offs im Finale gegen Georgien durchsetzen und sollte nicht unterschätzt werden. Immerhin gewannen die Männer vom Balkan kürzlich in der WM-Qualifikation auswärts gegen Deutschland 2:1. Ob das den Auftaktgegner Österreich beeindruckt? Wohl eher nicht. Favorit sind in dieser Gruppe die Niederlande, die im ersten Spiel gegen die Ukraine antreten. Die Ukraine hat in diesem Jahr schon 1:1 gegen Frankreich gespielt, kam aber auch gegen Bahrain nicht über ein Unentschieden hinaus.

In der Gruppe D geht der Gruppensieg wohl nur über England. Bei Vizeweltmeister Kroatien muss man abwarten, ob die Mannschaft um Star Luca Modric an die Leistungen 2018 anknüpfen kann. Die Resultate des letzten halben Jahres geben da eher Grund für Zweifel. Vielleicht ist dies ja eine Chance für Tschechien oder Schottland. Die Schotten sind seit 1996 erstmals wieder bei einer EM und gehören als Weltranglisten-44. eher nicht zum Kreis der Titelanwärter.



Stolpert ein Favorit schon der Vorrunde?



In der Gruppe E dürfte kein Weg an Spanien vorbeigehen, während Polen darauf hofft, dass Weltfußballer Robert Lewandowski gut in Form ist. Die Slowakei und Schweden wollen zumindest Zweiter werden. Letztendlich reicht vielleicht auch Platz drei, denn die vier besten Dritten stehen auch im Achtelfinale. 

Darauf wird auch einer der großen Drei in der Gruppe F hoffen. Mit Frankreich, Deutschland und Portugal ist dies sicher die Hammergruppe dr EM. Ungarn wird da wohl nur Platz vier bleiben, aber wer weiß: Es wäre nicht das erste Mal, dass ein krasser Außenseiter über sich hinauswächst.

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