Vierfacher Mordversuch auf Station: Prozess gegen Krankenpfleger

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Justitia mit ihrer Waage. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

SARBRÜCKEN. Vor dem Landgericht Saarbrücken beginnt heute ein Prozess wegen versuchten Mords gegen einen Gesundheits- und Krankenpfleger. Dem 29 Jahre alten Deutschen werden von der Staatsanwaltschaft mehrere Fälle vorgeworfen, in zwei ist von gefährlicher Körperverletzung die Rede. Für den Prozessauftakt hat die Verteidigung nach Aussage einer Gerichtssprecherin eine Einlassung zur Person und zur Sache angekündigt.

Der Angeklagte war von Anfang 2015 bis Frühjahr 2016 in der SHG-Klinik Völklingen sowie anschließend im Frühsommer 2016 in der Uniklinik in Homburg auf Intensivstationen beschäftigt. Dort soll er Patienten nicht ärztlich verordnete und medizinisch nicht indizierte Herz-Kreislauf-wirksame Medikamente verabreicht und den Tod der Patienten billigend in Kauf genommen haben. Er habe beabsichtigt, «sich durch die eigenhändig durchgeführten Reanimationsmaßnahmen emotionale Befriedigung sowie Anerkennung von Kollegen und Ärzten zu verschaffen», so der Vorwurf.

Bei den betroffenen Patienten handelte es sich um zwei Frauen im Alter von jeweils 77 Jahren sowie drei Männer im Alter von 31, 58 und 81 Jahren. Für den Prozess wurden 25 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 28. Dezember fallen. (dpa)

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