Aktuelle März-Zahlen: Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht zurückgegangen

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist im März saisonüblich leicht zurückgegangen.

Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte, waren 122 600 Menschen arbeitslos, 3200 oder 2,5 Prozent weniger als im Februar. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden 20 000 Arbeitslose mehr gezählt (Stichtag 11. März). Das entspricht einem Plus von 19,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im März bei 5,4 Prozent. Im Februar betrug sie 5,6 Prozent, vor einem Jahr 4,6 Prozent.

„Da schlagen zwei Herzen in der Brust“, sagte Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, am Mittwoch in Mainz. „Es gibt Anlass zur Hoffnung, aber auch Hinweise, dass wir noch nicht über den Berg sind.“ Die sonst übliche Frühjahrs-Dynamik auf dem Arbeitsmarkt sei in diesem Jahr coronabedingt nicht stark ausgeprägt. Doch die Pandemie sei nicht der alles bestimmende Faktor auf dem Arbeitsmarkt, es seien auch längerfristige Kräfte am Werk wie der Transformationsprozess der Wirtschaft hin zu Digitalisierung und Klimaneutralität.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im März bei 156 800 Personen. Das waren 14 000 oder 9,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Als kritisch bewertet Hüther die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Hier habe es im Jahresvergleich eine Zunahme von 13 000 Menschen oder 44 Prozent gegeben. Darunter seien viele Personen, die zwar nach ihrer Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle gefunden, ihren Job dann in der ersten und zweiten Pandemiewelle aber wieder verloren hätten, erklärte Hüther. „Das holen wir in den nächsten Jahren nicht so schnell auf“ – auch wenn die Wirtschaft wieder anziehe, befürchtete er.

Im März zeigten die Unternehmen deutlich weniger Kurzarbeit an. Insgesamt gingen 600 Anzeigen für 6600 Beschäftigte bei den Agenturen für Arbeit ein. Im Januar belief sich die Zahl der Anzeigen noch auf 4100 und im Februar auf 1900. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht, dass sie auch tatsächlich umgesetzt wird. Zunächst gehe es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten könne festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet worden sei, erklärte die Agentur. Nach den aktuellen Hochrechnungen haben im Dezember in Rheinland-Pfalz 16 400 Betriebe für 95 800 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt sei wegen der Pandemie weiter von Unsicherheit bestimmt – sowohl bei den Betrieben als auch bei den Schülerinnen und Schülern, sagte Hüther weiter. Bei vielen Unternehmen gebe es Zurückhaltung wegen ihrer Geschäftsentwicklung und der finanziellen Situation, erklärte er. „Und die jungen Leute wissen nicht genau, ob eine Ausbildung Sinn macht“. Viele entschlössen sich daher, noch ein weiteres Jahr zur Schule zu gehen. Er selbst rate den jungen Menschen dazu, sich eine Lehrstelle zu suchen. „Eine gute Ausbildung ist ein gutes Fundament für den weiteren Berufsweg“, betonte Hüther.

Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/2021 im Oktober vergangenen Jahres wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 20 200 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 2200 oder 9,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Unverändert konzentrierte sich den Angaben zufolge ein Großteil der jungen Frauen auf nur zehn Berufe: Medizinische Fachangestellte, Verkäuferin, Kauffrau Büromanagement, Kauffrau im Einzelhandel, Friseurin, Industriekauffrau, Zahnmedizinische Fachangestellte, Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung, Tiermedizinische Fachangestellte und Drogistin.

Auch bei den Männer haben sich laut Hüther die Ausbildungswünsche in den vergangenen Jahren kaum geändert. Begehrt sind folgende Berufe: Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik, Verkäufer, Kaufmann für Büromanagement, Fachlagerist, Tischler, Fachinformatiker-Systemintegration, Kaufmann im Einzelhandel, Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik, Industriemechaniker und Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung.

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