Update für Trierer Solardachkataster: Welches Potenzial hat mein Gebäude?

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Foto: dpa

TRIER. Immer mehr Immobilieneigentümer fragen sich: Ist mein Hausdach für die Installation einer Solaranlage eignet? Gibt es genug Sonne? Was kostet die Anlage und rentiert es sich? Antworten liefert die aktualisierte und überarbeitete Version des interaktiven Solardachkatasters Trier, die die Stabsstelle Klima- und Umweltschutz und das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation der Stadt Trier jetzt herausgebracht haben.

Trier bietet aufgrund seiner vielen Sonnenstunden eine sehr gute Ausgangslage, um die Energie der Sonne zur Stromerzeugung zu nutzen. Fast die Hälfte der rund 45.000 Gebäude in Trier und damit ca. 75 Prozent aller Dachflächen im Stadtgebiet kommen potenziell für die Nutzung von Solarenergie in Frage. Von diesen 75 Prozent wiederum sind zwei Drittel aufgrund ihrer Ausrichtung und der damit verbundenen hohen Einstrahlung sogar sehr gut geeignet. Mit der Nutzung dieses Potenzials könnte in Trier ein hypothetischer Stromertrag von rund 446 Gigawattstunden pro Jahr mit Solarenergie erzeugt werden – das entspricht vier Prozent der Jahresleistung eines durchschnittlichen Atomkraftwerks – und gleichzeitig rund 260.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.

Umweltdezernent Andreas Ludwig unterstreicht: „Die Sonnenenergie liefert ein nahezu unerschöpfliches Potenzial für eine umweltgerechte Gewinnung von Strom und Wärme. Photovoltaik ist eine moderne Form der klimafreundlichen erneuerbaren Energien, die in den letzten Jahren immer stärker zum Einsatz kommt. Neben ihrer Bedeutung für eine nachhaltige und umweltschonende Entwicklung unserer Energieversorgung bieten Photovoltaikanlagen eine hohe und vergleichsweise sichere Rendite.“

Unterstützt wird das Projekt von der Sparkasse Trier und den Stadtwerken (SWT). Dr. Peter Späth, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier, erklärt: „Nachhaltigkeit ist für uns kein Modethema, sondern eine seit fast 200 Jahren gelebte Tradition. Ende letzten Jahres haben wir zudem eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet, in der wir unsere Nachhaltigkeitsziele transparent machen. Wir unterstützen aber auch aktiv gewerbliche wie private Kunden bei ihrer Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Dazu richten wir unser Produkt- und Serviceangebot verstärkt auf Klimaziele aus und finanzieren immer mehr Erneuerbare-Energien-Projekte unserer Kunden. Das Solardachkataster der Stadt Trier, das wir seit der Geburtsstunde im Jahr 2012 unterstützen, ist ein wesentlicher Baustein dabei. Daher war es für uns eine Selbstverständlichkeit, auch die Neuauflage des Solardachkatasters weiter zu fördern.“

SWT-Vertriebsleiter Maik Girmendonk betont: „Mit Blick auf die Entwicklung der Energiemärkte und den rasant fortschreitenden Klimawandel kann ich Hausbesitzern nur empfehlen in eine eigene PV-Anlage zu investieren: Erstens wertet man die eigene Immobilie auf, zweitens kann man den eigenen Strombedarf decken und schließlich leistet man aktiv einen Beitrag zum dringend notwendigen Umweltschutz und zum Ausbau regionaler Erzeugung. Und wer ein geeignetes Dach hat, aber die Investitionskosten nicht alleine stemmen will, kann das Projekt gemeinsam mit uns realisieren. Die Stadtwerke Trier kümmern sich dann um Planung, Bau und Betrieb der Anlage, verrechnen das in einer monatlichen Pacht und stellen den erzeugten Strom für den Eigenbedarf vor Ort zur Verfügung.“

Wirtschaftlichkeitsrechner

Mit nur wenigen Klicks kann jetzt auf www.solardachkataster-trier.de noch einfacher überprüft werden, ob sich ein Dach für die Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage eignet, sich wirtschaftlich rechnet und welcher Umweltbeitrag (CO²-Einsparung) geleistet werden kann. Zudem bietet eine Linksammlung interessante und hilfreiche Informationen zum Thema Solarenergie sowie zum Pachtmodell der SWT Trier.

Die neue Version des Solardachkatasters zeichnet sich durch eine intuitive und leicht verständliche Benutzeroberfläche aus: In nur vier Schritten und ohne die bisher dafür notwendige E-Mail-Anfrage bei der Stadt Trier gelangen Interessierte zu einer Einschätzung, ob sich eine Solaranlage auf ihrem Gebäude lohnen und mit welchem Ertrag zu rechnen sein könnte.

Hierzu wählen sie zunächst ihren Wohnort mittels Adresseingabe und markieren dann das gewünschte Anwesen in der Karte. Eine farblich differenzierte Gebäudedarstellung in Orange- und Gelbtönen zeigt bereits auf den ersten Blick, wie gut sich das gesuchte Gebäude für eine Solaranlage eignet.

Detaillierte Informationen zur solaren Eignung und den möglichen Anlagen erhält man durch den Wirtschaftlichkeitsrechner, der sich mit einem Klick auf das gewünschte Gebäude öffnet. Mit dem Wirtschaftlichkeitsrechner können beispielsweise Solarthermie- und Photovoltaikanlagen unabhängig voneinander und parallel geplant, Solarmodule frei platziert oder eine der vorkonfigurierten Belegungen gewählt sowie verschiedene Batteriespeichersystemen ausgewählt werden. Aufgrund einer Vielzahl hinterlegter Verbrauchsprofile sind genaue Berechnungen von Eigenverbrauch und Autarkie für jeden Nutzer möglich. Viele Einstellungen wie Strompreissteigerung, Anlagenpreise und Finanzierungsoptionen sind konfigurierbar und daher auch für fortgeschrittene Anwender interessant. Die Ergebnisse des Wirtschaftlichkeitsrechners können anschließend ausgedruckt werden.

Auszug aus dem neuen Solardachkataster. Als erste Info dient die Farbe der Dächer: Orange steht für gute Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage. Foto: Presseamt Trier

Seit der erstmaligen Veröffentlichung im Jahre 2012 wurde das Solardachkataster – als neutrale und kostenlose Informationsquelle – mit rund 13.000 Besuchern pro Jahr zahlreich genutzt. Um auch weiterhin ein aktuelles Angebot zum Thema Solar im Stadtgebiet Trier bieten zu können, wurde auf die Entwicklungen im Bereich Photovoltaik und die Änderungen der gesetzlichen Regelungen reagiert und eine Aktualisierung der Datengrundlage mit einem Gebäudebestand aus dem Jahre 2020, eine Weiterentwicklung des Wirtschaftlichkeitsrechners sowie eine Anpassung auf die gültigen Richtlinien und Gesetze (EEG) vorgenommen. Da die Analyseergebnisse des Solardachkatasters auf einem automatisierten Verfahren beruhen, dienen diese allerdings nur als eine erste Einschätzung, die in jedem Fall von Fachleuten überprüft werden sollte, sofern ein Solaranlagenbau in Erwägung gezogen wird.

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