DGB: „Dramatische Entwicklung“ – Lage der Auszubildenden besonders angespannt

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Foto: dpa-Archiv

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Lage der Auszubildenden in Rheinland-Pfalz während der Corona-Pandemie als besonders angespannt bezeichnet. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge sei um 8,2 Prozent eingebrochen, sagte DGB-Landeschef Dietmar Muscheid am Dienstag bei der Vorstellung des DGB-Ausbildungsreports für 2020 in Mainz. «Das ist eine dramatische Entwicklung, vor allem im Verhältnis zum Bedarf an Fachkräften.»

Schon jetzt seien rund 80 000 junge Menschen im Bundesland ohne Berufsausbildung. «Es gibt die Sorge, dass diese Zahl weiter steigt und es zu einem sogenannten Corona-Jahrgang kommt», sagte Muscheid bei der Vorstellung des Reports per Videokonferenz.

In der Pandemie sei es für junge Menschen «verdammt schwierig», einen Ausbildungsplatz zu bekommen. «Wegen Corona finden derzeit keine Ausbildungsmessen statt, auch qualifizierte Beratung ist schwierig», meinte der DGB-Landeschef. Viele junge Menschen seien verunsichert.

Muscheid forderte «bezahlbare Mobilität» für Auszubildende. «Wir brauchen das Azubi-Ticket, wie es in Hessen eingeführt wurde, und würden uns wünschen, dass die Politik in Rheinland-Pfalz handelt.» Er kritisierte zudem, dass viele junge Menschen ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen müssten. Versöhnlich sei, dass 69,9 Prozent mit der Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden seien. «Dies ist ein hoher Wert, der 2012 aber auch schon mal bei 75,5 Prozent lag.»

Muscheid lobte, dass sich seit 2011 der Anteil der Auszubildenden, die eine Vergütung von mehr als 750 Euro pro Monat erhalten, von 16,7 Prozent auf 61,7 Prozent erhöht habe. Dies sei eine gute Entwicklung.(dpa)

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