Trier: Kombi-Ticket vor dem Aus

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Foto: VRT

TRIER – Mit großer Mehrheit hat der Trierer Stadtrat entschieden, das Ende Juni auslaufende Kombi-Ticket nicht zu verlängern.

Es wurde eingeführt, um den Besuch von Kulturveranstaltungen in Trier mit einer klimafreundlichen Anreise zu verbinden. Die Gründe für das Auslaufen des Angebots, erläutert die Trierer Rathaus Zeitung in ihrer neuen Ausgabe vom heutigen Dienstag.

Eintrittskarten für Veranstaltungen unter anderem im Theater, der Tufa sowie bei Veranstaltungen der MVG Messe- und Veranstaltungsgesellschaft und der TTM konnten mit dem Kombi-Ticket seit 2021 gleichzeitig als Fahrausweis im öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden. Eine Evaluation der Universität Trier, an der knapp 1400 Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen teilnahmen, zeigt jetzt jedoch, dass das Angebot nur sehr begrenzt genutzt wird.

Laut Studie reisen knapp 75 Prozent der Veranstaltungsbesucherinnen und -besucher mit dem Auto an. Lediglich 10,5 Prozent nutzen den öffentlichen Nahverkehr, und nur drei Prozent der Befragten gaben an, das Kombi-Ticket tatsächlich für ihre Anreise zu verwenden.

Hinzu kommt, dass ein Teil der Besucherinnen und Besucher bereits über andere gültige Fahrausweise verfügt, etwa das Deutschland-Ticket. Viele dieser Personen nutzen dennoch das Auto für die Anreise zu Veranstaltungen. Insgesamt zeigt die Untersuchung daher, dass das Kombi-Ticket nur einen geringen Einfluss auf die Wahl des Verkehrsmittels hat. Gleichzeitig verursacht das Modell erhebliche Kosten für die beteiligten Einrichtungen: 2025 wurden für rund 357.000 ausgegebene Eintrittskarten insgesamt mehr als 232.000 Euro an den Verkehrsverbund Region Trier (VRT) gezahlt.

Demgegenüber steht die sehr geringe tatsächliche Nutzung des Angebots. Vor diesem Hintergrund und angesichts der angespannten Haushaltslage im freiwilligen Leistungsbereich der Stadt sieht die Verwaltung derzeit kein angemessenes Verhältnis zwischen Kosten und tatsächlichem Nutzen. In den Verhandlungen mit dem VRT konnte zudem keine wirtschaftlich verbesserte Vertragslösung erreicht werden. Die Verwaltung schlug daher dem Rat vor, das Kombiticket auslaufen zu lassen. Dieser folgte dem Vorschlag mehrheitlich.

Die Linke sowie Teile der Grünen, der Demokraten und das AfD-Einzelratsmitglied lehnten die Vorlage ab. Diese Entscheidung bedeutet jedoch nicht, dass die Stadt ihre Ziele im Bereich nachhaltiger Mobilität aufgibt. Der Beschluss sieht vor, dass die Verwaltung alternative Modelle prüfen, die Kulturangebote und eine klimafreundliche Anreise künftig besser miteinander verbinden könnten.

Kulturdezernent Markus Nöhl erklärt dazu: „Wir wollen weiterhin Kultur und Klimaschutz zusammenbringen. Daher bleiben wir weiterhin offen für neue Ansätze, die sowohl für unsere Kultureinrichtungen als auch für die Besucherinnen und Besucher praktikabel und wirtschaftlich tragfähig sind.“ Und weiter: „Unser Ziel ist es weiterhin, klimafreundliche Anreisen zu Kulturveranstaltungen zu fördern – aber mit einem Modell, das tatsächlich Wirkung zeigt.

(Quelle: Trierer Rathaus Zeitung / Björn Gutheil, Ausg. v. 19.05.2026)

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