Fuel Dumping: Weiter Diskussion über Notablassen von Flugzeugtreibstoff über der Region

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/REGION TRIER. Nach einem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zum Notablassen von Treibstoff durch Flugzeuge unter anderem über der Eifel und dem Pfälzerwald hat CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf seine Forderung landeseigener Messstellen bekräftigt.

Voraussetzung für die Bewertung der Auswirkungen von „Fuel Dumping“ auf Mensch und Umwelt seien konkrete, aktuelle Daten, teilte der CDU-Fraktionsvorsitzende am Donnerstag mit. „Das geht nur mit Messungen, und dazu bedarf es entsprechender Messstellen.“

Das UBA hatte im Dezember 2020 in einem Bericht unter anderem geschrieben, die Risiken für Boden und Grundwasser seien geringfügig beziehungsweise vernachlässigbar. Für bodennahe Luft und Wasser seien die möglichen Risiken mit derzeitigem Wissenstand noch nicht in allen Details abschließend bewertbar.

Baldauf betonte, die Landesregierung habe bis heute nicht die für eigene aussagekräftige Messungen nötige Infrastruktur geschaffen. „Das bloße Aufrüsten von gerade einmal zwei Messeinrichtungen hat Alibifunktion und reicht bei weitem nicht aus. Damit wird die Landesregierung den verständlichen Sorgen und Ängsten der Menschen nicht gerecht.“

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Alexander Schweitzer, erklärte mit Blick auf den UBA-Bericht, ob und in welcher Konzentration und Zusammensetzung sich Kerosin-Rückstände auf Boden, Gewässer und Menschen auswirkten, könne nach wie vor nicht abschließend beantwortet werden. „Wir brauchen endlich eine umfängliche Untersuchung der Auswirkungen von Kerosinablässen, die konkrete Messungen von belasteten Gebieten beinhalten muss.“ Über die Studie des UBA hatte zuvor die Zeitung „Die Rheinpfalz“ berichtet.

Die Grünen im Landtag betonten in einer Mitteilung, Rheinland-Pfalz sei seiner Verantwortung in den vergangenen Jahren nachgekommen und habe die Messungen an mehreren Stellen im Land ausgeweitet und intensiviert. „Nun ist jedoch der Bund am Zug: Das Bundesverkehrsministerium muss dringend die vom UBA empfohlenen Maßnahmen umsetzen – beispielsweise die Möglichkeit, Ablassgebiete zu variieren oder die Ablasshöhe zu erhöhen“, betonte die Partei.

Flugzeuge lassen in Notlagen Kerosin ab, um mit weniger Gewicht landen zu können. „Fuel Dumping“ ist vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz ein Thema. In dem Bundesland kommt es wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen vergleichsweise oft zu solchen Ablässen.

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1 KOMMENTAR

  1. Ich bin kein Wissenschaftler, aber solange innerhalb der Erdatmosphäre das Fueldumping stattfindet, glaube ich nicht das sich Tonnen von Kerosin in NICHTS auflösen oder wie die Politiker meinen in Elfenstaub o.ä..
    Den Kerosinpreis einfach mal an den Dieselpreis anpassen, dann regelt sich das von selbst.
    Ja der Flug nach Malle wird teurer, aber man muss auch nicht für 19,-€ nach dahin fliegen können.
    Ein wenig Umwelt, Tier und Schutz der Menschen sollte dann doch schon sein.

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