„Bereits deutlich besser“ – Attacken auf Lernplattform „moodle“ dauern an

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Foto: dpa-Archiv

Die Computerattacken auf die wichtigste Lernplattform in Rheinland-Pfalz dauern nach Angaben von Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann (SPD) auch in dieser Woche an. Dennoch laufe das Moodle-System bereits deutlich besser als in der vergangenen Woche, sagte Beckmann am Dienstag im Bildungsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz. «Ich hoffe sehr, dass wir diese Probleme bald ganz in den Griff kriegen.»

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Beilstein, warf dem Bildungsministerium vor, den Beginn des Fernunterrichts nicht gut genug vorbereitet zu haben. «Es war ein Chaos mit Ansage», sagte Beilstein. So gebe es viele kommerzielle Anbieter, die einen Schutz vor solchen Angriffen einrichten könnten.

«Natürlich lief nicht alles perfekt», sagte die Direktorin des Pädagogischen Landesinstituts, Birgit Pikowsky, zum Start des Fernunterrichts am 4. Januar. Wie in Rheinland-Pfalz sei es in den vergangenen Tagen auch zu Attacken auf die Lernplattformen aller Länder gekommen. Bei der DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) auf das rheinland-pfälzische Moodle-System seien die Web-Server mit bis zu 10 000 Zugriffen je Sekunde geflutet und so lahmgelegt worden.

In der zurückliegenden Woche seien Filtersysteme eingerichtet worden, um die Angriffe abzuwehren. So seien die Bedingungen für den Fernunterricht kontinuierlich verbessert worden, sagte Pikowsky. Die Zahl der Moodle-Nutzer stieg nach ihren Angaben von rund 213 000 am 4. Januar auf 309 000 am 11. Januar, die der Nutzer von Videokonferenzen mit dem System Big Blue Button im gleichen Zeitraum von 120 000 auf 222 000.

2 KOMMENTARE

  1. Jeder, der ein wenig Kenntnisse über die Technik von Webservern hat, erkennt sofort dass die Hacker-Geschichte eine Ausrede der Politik ist, um von Versäumnissen abzulenken. Bei jeder Serverstruktur gibt es begrenzte Kapazitäten für jeden Nutzer. Über bestimmte Parameter wird eingestellt wie viel RAM (ergibt die Rechengeschwindigkeit) jedem Nutzer zusteht, wie viele Scriptprozesse (Anzahl der Anwendungen) jeder Nutzer im Schnitt anstossen kann und wie lange diese Scripte ausgeführt werden bevor der Server diese automatisch abbricht. Die Kapazitäten der DSL-Anbindung des Servers werden durch die Anzahl gleichzeitiger Nutzer geteilt. (Down- und Upload).
    Im Laufe der Woche lief Moodle stabiler, aber erheblich langsamer, was darauf hindeutet, dass diese Zuteilungen pro User reduziert wurden um mehr gleichzeitige Anfragen zu bedienen. Dies deutet insgesamt darauf hin, dass die komplette IT-Struktur zu schwach ist um alle Schüler gleichzeitig zu bedienen. Bestätigt wird diese Annahme durch den Effekt, dass in den Abendstunden oder Nachts die Server problemlos laufen, morgens jedoch eine Überlastung eintritt.

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