Nur die Grünen können 2020 mehr Mitglieder gewinnen

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Symbolbild; Arne Dedert (dpa)

Bei den großen Parteien schrumpft die Basis schon seit einiger Zeit. Auch die Entwicklung in den Landesverbänden in Rheinland-Pfalz folgt weiter diesem Trend – mit einer Ausnahme.

Von den fünf Parteien im Landtag Rheinland-Pfalz haben nur die Grünen ihre Mitgliederzahl im vergangenen Jahr erhöhen können. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, mussten alle anderen Parteien im Corona-Jahr 2020 eine schrumpfende Basis hinnehmen.

Die meisten Mitglieder in Rheinland-Pfalz hat weiter die CDU. Ihre Zahl ging bis Ende November um 2,7 Prozent auf 37 222 zurück. Auch in den beiden Jahren zuvor war die Entwicklung rückläufig. Bis Ende November registrierte die Partei nach Angaben eines Sprechers 568 Eintritte und 976 Austritte sowie 582 Todesfälle.

Ein SPD-Parteibuch hatten zum Jahreswechsel 32 258 Menschen in Rheinland-Pfalz. Das waren 4,1 Prozent weniger als Ende 2019. Die Partei verzeichnete im Laufe des Jahres 605 Eintritte und 1885 Abgänge – darunter mehr Austritte als Todesfälle. Traditionell werde die Mitgliederentwicklung stark durch die Situation der Bundespartei geprägt, erklärte ein Sprecher. Die SPD Rheinland-Pfalz habe in den vergangenen Jahren ihre Nachwuchsarbeit verstärkt.

Die Grünen steigerten die Mitgliederzahl um 5,4 Prozent auf 4759. Die Partei verzeichnete 498 Eintritte und 254 Austritte oder Umzüge in andere Landesverbände sowie 16 Todesfälle.

Auf dem vierten Platz folgt die FDP Rheinland-Pfalz mit 4306 Menschen in ihren Reihen. Das waren 2,8 Prozent weniger als zum Jahresende 2019. Neu begrüßen konnte die liberale Partei 265 Mitglieder. Gleichzeitig verließen 327 Menschen die FDP, 67 Mitglieder starben. Der Rückgang sei vor allem auf die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zurückzuführen, erklärte ein Sprecher. Dort wurde der FDP-Politiker Thomas Kemmerich am 5. Februar 2020 vom Landtag mit Hilfe von AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt. Kemmerich nahm die Wahl an, wenige Tage später trat er unter massivem öffentlichen Druck zurück. Im Sommer habe sich die Mitgliederentwicklung der FDP Rheinland-Pfalz dann wieder stabilisiert, im letzten Quartal 2020 mit steigendem Trend.

Die AfD zählte zum Jahreswechsel 1997 Mitglieder. Das waren 10,1 Prozent weniger als Ende 2019. Bei 168 Eintritten gab es nach Angaben eines Sprechers 392 Austritte oder Auflösungen einer Mitgliedschaft. Dabei handle es sich überwiegend um Mitglieder, die ihre Beiträge auch nach Mahnungen nicht bezahlt hätten und deren Mitgliedschaft deshalb aufgelöst worden sei, erklärte der Sprecher.

Die nicht im Landtag vertretene Linke verzeichnete eine Verkleinerung ihrer Basis um 3,7 Prozent auf 1757 Mitglieder. Bei 189 Eintritten gab es 240 Austritte, 8 Mitglieder starben. Ein Sprecher führte die Entwicklung auf die Corona-Situation zurück: «Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit aber auch weniger Zeit durch Homeoffice haben uns zugesetzt und spiegeln sich in der Mitgliederentwicklung wieder.»

1 KOMMENTAR

  1. Bloß nicht die Grünen. Sie reden über Dinge, die sie für sich selbst nicht einhalten. Wasser predigen, aber Wein trinken. Nur gute Vorbilder sind wählbar. Leider fällt mir dazu momentan keine Partei ein.

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