Weißer Ring dringt auf Einrichtung von Traumaambulanzen

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Foto: Jens Büttner (dpa)

Die Hilfsorganisation Weißer Ring will ab 2021 besonders die Einrichtung von Traumaambulanzen im Blick haben.

«Ab 1. Januar 2021 müssen alle Bundesländer verpflichtend flächendeckende Angebote an Traumaambulanzen einrichten», sagte der Bundesvorsitzende des Vereins zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern, Jörg Ziercke, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Darüber habe der Weiße Ring bereits 2020 mit vielen Sozialministern und -ministerinen gesprochen. «Wir gehen davon aus, dass das große Defizit insgesamt weiter bestehen bleibt, was die Behandlungen von Traumata und Unterstützung von Menschen angeht», sagte Ziercke. «Diesem Thema ist bisher nicht annähernd Rechnung getragen worden.» Hochproblematisch bleibe dabei unter anderem, dass es insgesamt zu wenige Therapeuten gebe.

In Traumaambulanzen werde immens wichtige Unterstützung geleistet. Menschen, die sich infolge einer Straftat belastet fühlen, erhalten fachliche Hilfe. Diese reicht von der Abklärung der Folgen der Tat bis zu traumaspezifischer Psychotherapie, wenn sich schon eine Traumafolgestörung heraus gebildet hat.

Für die Traumaambulanzen müssen bis 2024 Qualitätskriterien entwickelt werden. Allerdings hätten die Opfer auch Anspruch, sich anderweitig Hilfe zu holen. «Nur wer bezahlt das dann?», fragte Ziercke. Schon jetzt finanziere der Weiße Ring Psychotherapien für Opfer vor.

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