Lokalo-Nachgefragt bei der Stadt Trier: Gedenkstätten und Spendenkonto – wie geht es nun weiter?

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Trauerkerzen vor der Porta Nigra
Foto: dpa-Archiv

TRIER. Auch fünf Wochen nach der schrecklichen Amokfahrt durch die Trierer Innenstadt, sitzt der Schock über die schlimmen Ereignisse noch tief. Mehrere Trauer- und Gedenkorte in der Trierer Fußgängerzone, die regelmäßig von Menschen besucht und unter anderem vom Trierer Grünflächenamt gepflegt werden, sind Ausdruck der weiterhin großen Trauer aber auch der einzigartigen Solidarität und des Zusammenhaltes, die die Menschen der Stadt, insbesondere den Betroffenen und Opfern der Tat, entgegenbrachten und entgegenbringen.

Die einzigartige Hilfs- und Spendenbereitschaft zeigt sich auch bei einem Blick auf das eigerichtete Spendenkonto der Stadt Trier, auf welchem bereits knapp eine Millionen Euro an Spendengeldern eingegangen sind. Zahlreiche Initiativen unterstützten dabei den „Spendenaufruf“ mit tollen und kreativen Aktionen – aber auch private Spendenaufrufe zur direkten Unterstützung der Angehörigen der Opfer, zeigen einen einzigartigen Zusammenhalt!

Kerzenmeer nach der Amokfahrt vor der Porta Nigra in Trier
Ein Meer von Kerzen vor der Porta Nigra in Trier nach der Amokfahrt mit fünf Toten am Vortag. Foto: Harald Tittel/dpa

Wie es nun mit gesammelten Spendengeldern des Kontos der Stadt weitergeht und wie diese beabsichtigt mit den Gedenkstätten in der Innenstadt zu verfahren, haben wir bei Michael Schmitz, Pressesprecher der Stadt Trier, einmal nachgefragt – vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Aktuell gebe es demnach noch keine konkreten Pläne, was genau mit den zahlreichen Gedenkorten in der Stadt geschehen soll, die insbesondere von den Familien noch als Trauerort benutzt werden, berichtet Schmitz. Zukünftig solle es jedoch, in enger Absprache mit den Angehörigen und Familien der Opfer, eine Gedenkstelle in der Nähe der Porta Nigra geben. Ausgestaltung und ein genauer Zeitpunkt seien aktuell noch unklar, so der Pressesprecher.

Welche konkreten Hilfen hat die Stadt Trier den Betroffenen bislang angeboten und wie wurden diese angenommen?

Michael Schmitz: „Die Stadt hat – genau wie der Opferbeauftragte des Landes – die Betroffenen kontaktiert und jegliche Hilfe angeboten. Dabei ging es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch darum, konkrete Hilfe zu leisten. So gab es bereits Begräbnisse mehrerer Opfer, bei denen die Stadt erhebliche organisatorische Unterstützung im Vorfeld geleistet hat.“

Weiter führt der Pressesprecher aus: „Es gab noch im Dezember eine erste Auszahlungsanfrage an die Opferfamilien der Getöteten. Sie wurden also konkret von der Stadt gefragt, ob Sie schon finanzielle Mittel bräuchten und wohin diese überwiesen werden sollten. Erste Antworten und daraufhin Auszahlungen hat es bereits gegeben. In einem zweiten Schritt wird diese Auszahlungsanfrage nun auch an die Angehörigen der Schwerstverletzten gestellt.“

Foto: dpa-Archiv

Wie genau soll das gespendete Geld bei den Betroffenen ankommen, welche Hürden sind noch zu nehmen ?

Michael Schmitz: „Wir sind in Gesprächen mit der ADD als zuständiger Stiftungsbehörde und dem Finanzamt, um eine bestmögliche Lösung für alle drei Gruppen von Betroffenen zu finden. Geplant ist, eine Stiftung als Auszahlungsstiftung zu gründen. Wir hoffen, das in den ersten Wochen des neuen Jahres auf den Weg bringen zu können.

Dabei gebe es, laut Schmitz, drei Gruppen, die zu den Opfern gehören und die von den Spenden profitieren sollen: Körperlich Verletzte, psychisch Verletzte und natürlich Angehörige der Getöteten.

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