TRIER – Große Einigkeit zeigte sich in einer gemeinsamen Sitzung der Schulträgerausschüsse des Kreises Trier-Saarburg und der Stadt Trier, die Schulplatzkapazitäten in den 5. Klassen der weiterführenden Schulen in den kommenden Jahren in enger Zusammenarbeit sicherzustellen.
Die knappen Kapazitäten in den Eingangsklassen der weiterführenden Schulen beschäftigen viele Familien mit Kindern im Übergang zur weiterführenden Schule. In den künftigen Schuljahren deuten sich Engpässe an. Um die Probleme anzugehen, arbeiten die Verwaltungen von Kreis und Stadt konstruktiv zusammen.
Die Trierer Bürgermeisterin und Schuldezernentin Britta Weizenegge und Landrat Stefan Metzdorf, die zusammen die Sitzung beider Schulträgerausschüsse leiteten, betonten, dass man die Stadt und den Kreis als eine Bildungsregion sehe und gemeinsam agieren wolle. Es gehe darum, dass man den Eltern verlässliche Lösungen biete und die Familien sicher sein könnten, dass den Kindern in der gewählten Schulform ein Platz angeboten werde.
Dafür sind eine Reihe kurz- und mittelfristig wirksamer Maßnahmen zur Erweiterung der Schulplatzkapazitäten erforderlich. Dazu gehören auch organisatorische Maßnahmen, wie die Erhöhung der Zahl der Schüler:innen in einzelnen Klassen sowie die Schaffung weiterer Klassen.
Zusätzlich regte der Landrat an, die Frage zu klären, ob in der gemeinsamen Bildungsregion langfristig der Bedarf für eine zusätzliche weiterführende Schule besteht. Dies fand bei den Mitgliedern der beiden Fachausschüsse breite Zustimmung. Daher soll nun zusammen mit der ADD ergebnisoffen geprüft werden, ob eine weitere Schule mit Blick auf die Entwicklung der Zahl der Schülerinnen und Schüler hilfreich und sinnvoll ist.
Hinsichtlich der Schulplätze gibt es seit langem eine enge Verflechtung zwischen dem Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier. So besuchen rund 900 Schülerinnen und Schüler (alle Klassenstufen in den Sekundarstufen I und II) aus der Verbandsgemeinde Trier-Land Schulen in Trier. Aus der Verbandsgemeinde Ruwer sind dies mehr als 700. Dagegen pendeln aus der Verbandsgemeinde Hermeskeil weniger als 20 Kinder und Jugendliche in die Bildungseinrichtungen in der Stadt. Dem gegenüber gibt es rund 250 aus Trier, die Schulen im Kreis besuchen – vor allem in Schweich und Waldrach.
Der Blick auf die vierten Klassen zeigt, dass es seit jeher im Landkreis eine höhere Schülerzahl als Aufnahmekapazitäten der dortigen weiterführenden Schulen gibt. Bis jetzt war es so, dass dagegen die Stadt über mehr Plätze verfügt als der Bedarf von dortigen Schülerinnen und Schülern besteht. Bislang war die Situation ausgeglichen, weil der Mehrbedarf des Kreises dadurch gedeckt werden konnte, dass Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Schulen in der Stadt besuchen konnten, die die entsprechenden Kapazitäten hatten. Seit dem vergangenen Jahr wächst jedoch die Zahl der Kinder. Das führt dazu, dass der Bedarf an Plätzen im Kreis steigt. Gleichzeitig wird die „Lücke“ an den Trierer Schulen kleiner, da deren Plätze für Stadtkinder benötigt werden. Da die Probleme bekannt sind, schaffen die Schulträger Kreis und Stadt bereits seit zwei Jahren zusätzliche Plätze – durch mehr Klassenzüge, größere Klassen und weiteren Schulraum in mobilen Klassen.
Einen Abstimmungsprozess zu dem Thema gibt es mit der ADD als Schulaufsichtsbehörde. In der Zusammenarbeit des Kreises mit der Stadt tauschen sich vor allem das Bildungsbüro des Kreises und das Amt für Schulverwaltung und Sport der Stadt aus. Ziel ist, Planungswissen zu generieren, das nur bei einer gemeinsamen Betrachtung des Bildungsraumes gewonnen werden kann.
Zum Hintergrund zur Situation im Landkreis:
Aus Sicht des Kreises beschränkt sich das Problem der Engpässe bei den Schulplätzen nicht allein auf die Gymnasien. Betroffen sind auch die Realschulen Plus im Kreis, an denen der Bedarf an Schulplätzen ebenfalls steigt.
Eine Herausforderung liegt auch darin, dass es im Flächenkreis Trier-Saarburg entscheidend ist, dass die Schulplätze in zumutbarer Entfernung zum Wohnort der Kinder zu schaffen sind.
Aufgrund der Entwicklungen sind an mehreren kreiseigenen Schulen bereits weitere Schulplätze eingerichtet worden. So sind im eigentlich vierzügigen Gymnasium Konz schon zum Schuljahr 2024/25 sechs fünfte Klassen gebildet worden. Am Schulstandort Schweich ist die schulartübergreifende Orientierungsstufe mit dem Gymnasium und der Realschule Plus von neun auf zehn Eingangsklassen aufgestockt worden. An der dreizügigen Realschule Plus in Kell am See sind ebenfalls im vergangenen wie auch in diesem Schuljahr vier Eingangsklassen gebildet worden.
Um das Kapazitätsproblem auf Dauer zu lösen, gibt es im Kreis an mehreren Schulstandorten Bautätigkeiten beziehungsweise Planungen für Baumaßnahmen, die die Erweiterung der Schulgebäude zum Ziel haben – so die laufenden Projekte am Schulzentrum Konz und die Erweiterung der Realschule Plus in Kell am See. Außerdem sind Neubau-Vorhaben zu nennen wie bei der Ruwertalschule in Waldrach.
Mit den Schulen im Kreis werden momentan Gespräche unter der Federführung des Bildungsbüros der Kreisverwaltung geführt, um auch individuelle Lösungswege für die steigenden Bedarfe an den einzelnen Schulstandorten zu finden.

















