Sahin: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

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Biontech-Chef Ugur Sahin steht auf dem Firmengelände in Mainz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild

MAINZ. Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird.

«Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten», sagte Sahin (55) dem «Spiegel». «Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.»

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 «nicht rosig» aus, «weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen», meinte Sahin. Daher sei man mit dem US-Partner Pfizer daran, die Möglichkeit für eine erhöhte Produktion des eigenen Präparats auszuloten.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen und wird seit einigen Tagen auch verabreicht. Weitere Zulassungen für Corona-Impfstoffe gibt es in der EU bisher nicht. Die Staatengemeinschaft hat aber bereits bei mehreren Herstellern Impfstoffdosen geordert, die sich noch in der Entwicklung befinden. «Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert», sagte Sahin dazu.

Zu der Frage, ob Biontech andere Hersteller zur Produktion des neuen Impfstoffes lizenzieren könne, betonte Sahin die Komplexität bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. «Da kann man nicht einfach umschalten, so dass statt Aspirin oder Hustensaft plötzlich Impfstoff hergestellt wird. Der Prozess braucht jahrelange Expertise und eine entsprechende bauliche und technologische Ausstattung.»

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7 KOMMENTARE

  1. Wem soll man überhaupt noch glauben? In der Charite übernehmen Assistenzärzte die Funktion der Pflegekräfte. Beim gut finanzierten Impfstoff haperts.Leere Versprechungen des Hr.Spahn und Pharmaindustrie. Aber es gibt ja noch 5 Mitbewerber, Einkauf Impfstoff niedrig, aber dann gut vermarktet.
    Und dann noch Fehler bei der Injektion, das man zur Überwachung im Krankenhaus landet.

  2. Solange Biontech mit ihrem C19-Impfstoff keine monopolistische Konkurrenz in der EU hat — werden die Manager von Pfizer ihre monopolistische Marktmacht mit Biontech ausnutzen.
    Der „Cournotische Punkt“ (aus dem der Preis und die Absatzmenge erlesen wird ) kann man ganz simpel graphisch oder mathematisch herleiten.
    Die EU und ganz konkret unser Gesundheitsminister Jens Spahn
    hat wieder auf voller Linie versagt. Das war mir persönlich eigentlich schon klar, als ich erfuhr das er federführend für die Bundesrepublik bezüglich den Impfstoffen verhandeln soll. Jetzt haben wir wieder den Salat. So wie schon beim Export und dem folgend teuren Import von den FFP2 &3 Masken im Frühjahr 2020.
    Was für eine Pfeife !
    Das die demoskopische Methodik den Vogel zum beliebtesten Politiker Deutschlands kürzlich gemessen hat, zeigt wie verblendet der demente deutsche Michel eigentlich ist.

    • Da gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht! Das war schon immer so; die Mehrheit der Bevölkerung ist ziemlich dumm und erkennt die Zusammenhänge nicht!

  3. Oh, kaum hat das 2.Jahr begonnen , da ist der Hr. Söder entsetzt, das zu wenig Impfbereitschaft da ist. Aber mit Druck, wie zum Beispiel in dem Fall, Verlängerung des Lockdown , bringt garnichts. Es gibt ein Sprichwort: Druck erzeugt Gegendruck. Zudem gebe ich den Zeilen von meinen Vorgängern recht! Im Endeffekt gräbt sich unsere Politik noch mehr ein, das Ausbaden überlässt die Politik den Bürgern, damit ist man gut aus dem Schneider.

  4. Laut Astra-Zeneca, die Impfstoffe wirken nicht sofort, sondern nach Wochen. Die Firma Astra ist an einem oralen Medikament dran, was sofort wirksam ist. Prüfung und Zulassung ist im Frühjahr geplant. Es kann auch zusätzlich die Impfung unterstützen.

    • So auch die TU Braunschweig, sie entwickelt auch ein Medikament gegen Covid-19, einen monoklonalen Antikörper. Das Medikament verkürzt die Genesungsdauer auf zwei Tage, auch bei schweren Verläufen. Man tritt dort jetzt in die dritte Testphase ein und hat eine GmbH ausgegründet. Donald Trump hatte bei seiner Corona-Erkrankung auch zwei monoklonale Antikörper verabreicht bekommen. Er hat Corona überstanden, „the doctors said they’ve never seen a body kill the Coronavirus like my body.“

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