Ruhige Silvesternacht in Rheinland-Pfalz

Viel Polizeipräsenz, wenig Auffälligkeiten: Der Jahreswechsel 2020/2021 war im Land coronabedingt so ruhig wie selten zuvor. Große Silvesterfeiern gab es nicht. Das könnte auch mit dem Wetter zu tun haben. Der Himmel blieb trotzdem gar nicht überall so dunkel.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/REGION TRIER. Schmuddelwetter, Feuerwerksverbote und viel Polizei: Die Silvesternacht mit Corona-Beschränkungen ist in Rheinland-Pfalz weitgehend ruhig verlaufen.

«Es herrschte eine überwiegend friedliche Stimmung», teilte das Innenministerium am Freitagvormittag mit. Größere Silvesterfeiern fielen coronabedingt aus. Auf öffentlichen Straßen und Plätzen durften keine Böller oder Raketen gezündet werden, ihr Verkauf war vor Silvester verboten – dafür war der Himmel zumindest über größeren Städten dann doch relativ bunt erleuchtet, berichteten mehrere Polizeisprecher.

Ein Trierer Polizist sagte, im benachbarten Luxemburg sei der Verkauf von Feuerwerk nicht verboten gewesen: «Möglicherweise hat sich da der eine oder andere was von dort vom Einkaufen oder Tanken mitgebracht.» Ein Kaiserslauterer Polizeisprecher ergänzte: «Man wundert sich über die Bestände, die manche Leute angeblich noch aus dem letzten Jahr hatten.» Der Verdacht liege nahe, dass sich einige Bürger wohl Böller oder Raketen übers Internet oder aus dem Ausland besorgt hätten: «Es wäre beängstigend, wenn so viel Pyrotechnik vom letzten Jahr herumgelegen hätte.» Mit dem deutschen Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern sollten Menschenansammlungen und damit Corona-Infektionen vermieden werden.

Die Polizei hatte angekündigt, zusammen mit den Ordnungsämtern der Kommunen kontrollieren zu wollen, ob sich die Rheinland-Pfälzer an die Corona-Regeln hielten. Verstöße wollte sie konsequent ahnden. Zur relativen Ruhe an Silvester trug wohl auch das nasskalte Wetter mit Nieselregen bei. «Das Wetter kommt unserem Konzept entgegen», scherzte ein Polizeisprecher in der Silvesternacht. «Da kommt gar nicht erst Lust auf, sich draußen aufzuhalten.»

In Bad Kreuznach allerdings meldete die Polizei eine «Vielzahl von Verstößen gegen die aktuelle Corona-Verordnung. Meistens hatten sich Personengruppen im öffentlichen Raum versammelt, um dort verbotenerweise Feuerwerk zu zünden und Alkohol zu konsumieren.» Die Polizei leitete gegen 29 Bürger Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Ein 33-Jähriger schoss mit einer Schreckschusspistole etliche Male in die Luft. Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz laufen.

Die meisten Rheinland-Pfälzer hielten sich jedoch laut Innenministerium an die Corona-Beschränkungen. «Dennoch wurden Kontrollen bei 939 Personen durchgeführt und dabei landesweit 459 Verstöße registriert», hieß es. Die Polizei registrierte 40 Fälle von illegal auf öffentlichen Straßen und Plätzen gezündeten Feuerwerkskörpern. Sie überwachte auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr wegen des Corona-Virus im Raum Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal: Dagegen wurde laut Innenministerium in 158 Fällen verstoßen.

In ganz Rheinland-Pfalz stellte die Polizei nach Angaben des Innenministeriums bei 75 Bürgern Verstöße wegen unzulässiger Ansammlungen in der Öffentlichkeit fest. Zudem erwischte sie 73 Maskenverweigerer. In 68 Fällen wurde der Corona-Mindestabstand nicht eingehalten.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte vor Silvester betont: «Die Zeiten sind leider nicht für ausgelassenes Feiern. Mit der gebotenen Zurückhaltung kann aber jeder mit dazu beitragen, dass 2021 die Pandemie zurückgedrängt wird und dann auch wieder mehr gefeiert werden darf.»

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